Metallhandwerk
High Tech-Schleifer für Flugzeug-Turbinen

Angesichts der Auftragseinbrüche im Automobilbereich setzen immer mehr mittelständische Betriebe des Metallhandwerks auf die Erschließung neuer Märkte. Das Metallhandwerk setzt auf Hochtechnologie - und schafft in der Luft- und Raumfahrtbranche neue Nachfrage.

BREMEN. Die millionenschwere Aufrüstung seiner Schleifmaschinen hat sich für Dirk Wember gelohnt: Seitdem die neue Generation seiner "Multigrind-CB"-Produkte so leistungsstark ist, dass die Schleifmaschinen auch besonders hartnäckige Werkstoffe wie nickelbasierte Legierungen zerspanen können, hat seine Firma, die Haas Schleifmaschinen GmbH in Trossingen, zahlreiche neue Kunden gewinnen können: "Der Erfolg hat unsere Erwartungen weit übertroffen", sagt der Geschäftsführer. "Jetzt zeigt sich, dass wir mit der frühzeitigen Modernisierung unserer Maschinen und der Konzentration auf hoch technische Branchen richtig gelegen haben."

Fast 1,5 Mio. Euro hat Haas Schleifmaschinen in die Entwicklung gesteckt. Nun setzen Luft- und Raumfahrtunternehmen sowie Schiffbauer Zerspaner des Unternehmens ein, zum Beispiel, um damit Turbinenantriebe herzustellen. "Mittlerweile erwirtschaften wir zehn Prozent unseres Umsatzes im Bereich solcher schwer zerspanbarer Werkstoffe. Und dafür erwarten wir in den kommenden Jahren hohe Wachstumsraten", sagt Wember. Zuletzt erwirtschaftete die Haas Schleifmaschinen GmbH mit 100 Mitarbeitern rund 21 Mio. Euro Umsatz. 65 Prozent davon im Ausland.

Angesichts der Auftragseinbrüche im Automobilbereich orientieren sich immer mehr mittelständische Betriebe des Metallhandwerks um und positionieren sich als High-Tech-Problemlöser für Branchen wie Luft- und Raumfahrt, den Schiffbau oder erneuerbare Energien. "Im Hochtechnologie-Sektor bietet sich jetzt für das mittelständische Metallhandwerk die Gelegenheit, Neuland zu erobern", sagt Volker Zimmermann, Innovationsexperte bei der bundeseigenen Förderbank KfW. Für ihn ist klar: "Die Zukunft der Branche liegt in der Innovation."

Solche High-Tech-Anwendungen in der Metallbearbeitung sind Mitte März folgerichtig auch Thema einer Sonderschau auf der Branchen-Fachmesse Metall in München: "Damit wollen wir ein Zeichen bei Industrie und ihren Zulieferern setzen", sagt Karlheinz Efkemann, vom Bundesverband Metall (BVM), der die Sonderschau ausrichtet. "Unsere Botschaft lautet: High-Tech ist im Metallhandwerk angesiedelt."

Noch vor wenigen Jahren produzierte auch Haas Schleifmaschinen zu fast 80 Prozent für die Automobilindustrie. Doch dann streckte sie ihre Fühler auch in anderen Branchen aus: "Derart kostengetriebene Märkte können kleine Maschinenbauer schnell überfordern", begründet Wember die Umorientierung. "Wir konzentrieren uns stattdessen weiter auf wachstumsstarke Nischen." Rund 40 Prozent setzt Haas Schleifmaschinen heute in der Medizintechnik ab, in der das Unternehmen jährliche Zuwachsraten zwischen 20 und 30 Prozent generiert. Einen weiteren Wachstumsmarkt sieht Wember in der Windkrafterzeugung.

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