Mitarbeiterbeteiligung
Investivlöhne bieten Chancen

Nach der Finanzkrise bekommen Mittelständler schwieriger Kredite. Darum können sich viele Firmen über das Mitarbeiterbeteiligungsgesetz freuen. Die Beteiligungen erhöhen die Bonität und führen zu geringeren Kreditkosten. So könnten auch Unternehmer profitieren.

BERLIN. Unabhängig von der Finanzmarktkrise treibt die große Koalition von Union und SPD Pläne voran, die bestehende Mitarbeiterbeteiligung steuerlich attraktiver zu gestalten. Davon könnten bald auch Unternehmen profitieren. "Schwierigkeiten auf den Kapitalmärkten rufen geradezu danach, eine solide Beteiligung der Arbeitnehmer zu schaffen", urteilt Franz Thönnes, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium.

Idealerweise haben sowohl Betriebe als auch die Mitarbeiter etwas von Beteiligungen. Bei Unternehmen erhöhen Beteiligungen die Eigenkapitalausstattung. Damit verbessert sich auch tendenziell die Bonität, was wiederum zu geringeren Kreditkosten führt. Beschäftigte werden neben dem Tariflohn auch von Unternehmensgewinnen profitieren. "Das kann eine gute Win-win-Situation sein", glaubt Thönnes.

Diese Begeisterung wird von Wirtschaftsverbänden allerdings nicht geteilt. Viele Verbände rechnen mit einer bürokratischen Ausgestaltung der Beteiligung. "Alles in allem" müsse das Reformvorhaben als "überflüssig" bezeichnet werden, meint der Deutsche Industrie- und Handelskammertag.

Doch das hat den Elan des Gesetzgebers nicht gebremst. Das Parlament hat sich bereits in erster Lesung mit dem "Mitarbeiterkapitalbeteiligungsgesetz" beschäftigt. Konkret soll der Fördersatz für vermögenswirksame Leistungen, die in Beteiligungen angelegt werden, von 18 Prozent auf 20 Prozent steigen. Ferner sollen die Einkommensgrenzen von Ledigen beziehungsweise zusammenveranlagten Ehegatten von gegenwärtig 17 900 und 35 800 Euro auf 20 000 beziehungsweise 40 000 Euro erweitert werden. Zudem soll sich der steuer- und sozialversicherungsfreie Höchstbetrag für die Überlassung von Mitarbeiterbeteiligungen von 135 Euro auf 360 Euro erhöhen. Um Mitarbeitern von kleinen und mittleren Unternehmen bessere Beteiligungsmöglichkeiten zu verschaffen, will die Regierung auch Fonds beispielsweise auf Branchenebene in die Förderung mit einbeziehen. Nach bisherigen Plänen soll das Gesetz zum 1. April 2009 in Kraft treten.

"Bisher kennen wir eigentlich nur die unmittelbare Beteiligung von Arbeitnehmern am Unternehmen. Aber viele kleine Unternehmen haben kaum eine Möglichkeit, ihre Mitarbeiter direkt zu beteiligen", bemerkt der Finanzexperte der Union, Klaus-Peter Flossbach. Allerdings müssen die Fonds dann einen Rückfluss der Mittel in die beteiligten Unternehmen in Höhe von 75 Prozent garantieren. Die Kreditwirtschaft steht den Branchenfonds wegen mangelnder Transparenz kritisch gegenüber.

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