Mittelständler zieht es ins Ausland
Kleine Firma, große Welt

Viele Mittelständler forcieren das Auslandsgeschäft. Die meisten gehen Kooperationen ein, das Verlagern von Betriebsstätten ist die Ausnahme. Im Gegenteil: Es entstehen sogar Stellen im Inland. Doch noch werden nicht alle Chancen auf den ausländischen Märkten wahrgenommen.

bef DÜSSELDORF. Der deutsche Mittelstand ist in den vergangenen Jahren deutlich exportorientierter geworden. Doch nutzten die Firmen ihre Absatzchancen auf den internationalen Märkten noch nicht genug aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Untersuchung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM).

Für die Studie hat das Bonner IfM gemeinsam mit dem Institut für Mittelstand und Handwerk der Universität Göttingen rund 530 Unternehmen befragt, Expertenmeinungen eingeholt und Statistiken ausgewertet.

Danach ist zwischen den Jahren 2003 und 2006 besonders die Zahl der kleinen Unternehmen deutlich gestiegen, die erstmals auf ausländischen Märkten aktiv geworden sind. Laut IfM kommen 98 Prozent der 350 000 international tätigen deutschen Firmen aus dem Mittelstand. Zu den kleinen Unternehmen zählt das Institut Firmen mit weniger als 500 Angestellten. Angespornt vom Exporterfolg haben mittlerweile auch diese Firmen verstärkt damit begonnen, eigene Strukturen im Ausland aufzubauen, wobei sie sich auf die Mitgliedsländer der EU konzentrieren.

Dabei erschließen Mittelständler die neuen Märkte vielfach durch die Einbindung in Kooperationen, etwa über Lohnfertigung oder Produktveredelung über Partner im Ausland. „Für kleinere und mittlere Firmen ist die Verlagerung von Betriebsstätten bislang keine Option“, sagt IfM-Chef Frank Wallau. „Sie zeichnen sich durch hohe Standorttreue aus.“

Die Untersuchung des Instituts stützt zudem die Einschätzung, dass die Internationalisierung deutscher Unternehmen die Beschäftigung an den heimischen Standorten fördert. Zwischen 2003 und 2006 sei die Zahl der inländischen Beschäftigten bei exportorientierten Mittelständlern um zwei Prozent gestiegen – bei Firmen, die nur in Deutschland verkaufen, sei sie dagegen um 3,6 Prozent gesunken. Unternehmen mit eigenen Auslandsbetrieben hätten im Vergleich zum Jahr 2003 sogar drei Prozent mehr Beschäftigte an Inlandsstandorten.

Die in der Untersuchung einbezogenen Verbände sehen in vielen Branchen Potenzial für mehr Geschäft im Ausland. Dazu gehörten High-Tech-Industrien wie die Umwelt- und Medizintechnik sowie der Spezialmaschinenbau. Die befragten Unternehmen selbst kritisierten, dass die Außenwirtschaftsförderung stärker auf die Bedürfnisse kleinerer Firmen zugeschnitten werden müsse.

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