Mittelstand
Großbanken wetteifern um solide Unternehmen

Auf der Suche nach sicherer Rendite besinnt sich die Kreditwirtschaft auf mittelständische Betriebe. Bis 2010 will die Deutsche Bank mehr als eine Million mittelständische Kunden erreichen. Doch auch die anderen Großbanken buhlen um die Kundschaft.

DÜSSELDORF. Das Ziel ist ambitioniert: Bis 2010 will die Deutsche Bank mehr als eine Million mittelständische Kunden erreichen - das wäre ein Marktanteil von einem Drittel. Derzeit liegt die Quote bei 26 Prozent. Deutschland-Chef Jürgen Fitschen ist auf dem besten Weg, seine Vision wahrzumachen: 2007 hat seine Bank 35 000 Neukunden im Mittelstand gewonnen.

Fitschen will mit der Präsenz in 76 Ländern punkten. Wegen der hohen Exportquoten in der mittelständischen Industrie würden Mittel- und Osteuropa sowie Asien zu neuen Kernmärkten, sagt Fitschen. Immer mehr Firmen zögen auch Beteiligungsgesellschaften als Finanzpartner in Betracht. Die Bank trete dann als Berater auf.

Das größte deutsche Geldinstitut ist mit seinem Buhlen um die neue Klientel nicht allein. Auch die anderen Großbanken drängen zurück in den jahrelang vernachlässigten Markt. "Der Mittelstand galt den Bankern lange Zeit als schlechter Lieferant für fette Bonuszahlungen", sagt Wolfgang Gerke, akademischer Direktor der European Business School in Oestrich-Winkel. "Nach zehn Jahren hoch volatilem Investmentbanking entpuppt sich er sich nun nicht nur als solides Fundament der Wirtschaft, sondern auch als attraktive Basis für langfristige Bankgeschäfte."

Neben der Deutschen Bank macht dabei bislang vor allem die Commerzbank eine gute Figur. Im "Bankenrating 2007", einer Umfrage des Verbands "Die Familienunternehmer - ASU", schnitt das Institut mit einer Note von 2,38 bei den drei Kriterien Mittelstandsorientierung, Betreuungsqualität und Konditionen jeweils am besten ab - und ließ sogar die Sparkassen hinter sich. Allein 2007 hat die Commerzbank die Kreditvergabe an den Mittelstand um 12 Prozent ausgeweitet und betreut heute bereits 560 000 Unternehmen. Martin Blessing, designierter Nachfolger von Vorstandschef Klaus Müller, -Peter hat angekündigt, diesen Sektor weiter auszubauen.

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