Modere Bagger
Vielzweck-Schaufel und Klimaanlage

Bagger galten lange als grobmotorige Baugeräte. Doch moderne Bagger sind längst nicht mehr so grobschlächtig wie ihre Vorgänger: Binnen Sekunden wechseln sie den Greifer, viele lassen sich orten - und sie werden für die Baggerfahrer immer komfortabler.

BERLIN. Vor nicht allzu langer Zeit musste der Tieflöffel alles ausbaden. Das konnte nicht gut gehen. Denn für dicke Brocken und harte Böden ist dieser Teil eines jeden Baggers, landläufig Schaufel genannt, eigentlich nicht gemacht. Bernd Sonntag, Geschäftsführer der Sonntag & Co. KG aus Dörth kann ein Lied davon singen. "Die jeweils geeigneten Anbaugeräte an den Bagger anbringen, war keine sehr beliebte Arbeit", sagt Sonntag. Statt Bolzen und Hydraulikschläuche zu lösen und umzustecken wurstelte man auch in seiner Firma lieber mit dem montierten Gerät weiter.

Doch solche Gewaltakte gehören inzwischen dank moderner Technik der Vergangenheit an. Heute ist binnen Sekunden von der Fahrerkabine aus per Knopfdruck das passende Werkzeug montiert - vom Tieflöffel über Hammer und Fräse bis zum Verdichtungsgerät. "Ein gutes halbes Dutzend Anbaugeräte setzen wir ein, um allein im Tiefbau optimal voranzukommen. Dabei spart die Technik Zeit und Arbeit", berichtet Sonntag.

Er setzt auf Wechselsysteme von Oil-Quick. Mit den Schnellwechselvorrichtungen werden Hydraulikgeräte bis 80 Tonnen Betriebsgewicht automatisch an den Bagger montiert: Schwenklöffel, Zweischalengreifer, Sortiergreifer, Rüttelplatten, Schaufel-Separatoren und Hydraulikhämmer lassen sich sekundenschnell an- und abkuppeln. Inzwischen bieten alle großen Hersteller wie Liebherr, Wimmer oder Stehr ähnliche Wechselsysteme an. Für die Bauarbeiter ist das eine kräftige Erleichterung. "Eigentlich sind das keine Bagger mehr, sondern Geräteträger", sagt Bauunternehmer Sonntag. Das spart Spezialmaschinen ein, manchmal sogar einen Arbeiter.

Auch wenn sich bei Baumaschinen keine technischen Revolutionen ereignen, werden sie stetig verbessert. "Sicherheit für Fahrer und seine Umgebung ist ein großes Thema, an dem die Unternehmen ständig feilen", berichtet Anja Schnieder vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Die Entwickler arbeiten etwa am Überroll- und Hochspannungsschutz. "Kippt ein Bagger um, ist der Fahrer optimal geschützt. Beim Hochspannungsschutz geht es darum, dass Stromleitungen in ein Info-System eingespeichert werden, das den Fahrer warnt, wenn Gefahr droht", erklärt Schnieder. Die Expertin für Bau- und Baustoffmaschinen beobachtet auch ein Plus an Komfort. Bagger-Kabinen bieten heute Rundumsicht, Rückraumkameras, ergonomische Hebel, Entfernungssensoren und Monitore.

Seite 1:

Vielzweck-Schaufel und Klimaanlage

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%