Nachwuchssuche in der Provinz
Enger Kontakt zu Unis zahlt sich aus

Unternehmen in der Provinz setzen bei der Nachwuchssuche auf ihre Netze mit lokalen Hochschulen und Akademien. Einige Mittelständler suchen den Kontakt zum Nachwuchs möglichst früh und fördern junge Wissenschaftler. Ohne direktes Engagement der Führungsetage funktioniert das selten.

STUTTGART / DÜSSELDORF. Werden Uni-Absolventen nach ihren Wunsch-Arbeitgebern gefragt, dann nennt der begehrte Nachwuchs meist Namen wie Porsche, BMW oder Procter & Gamble. Selbst große Mittelständler haben es schwer, denn sie tragen weniger schillernde Namen und haben ihren Sitz oft in der Provinz, in die sich Jungmanager nicht so einfach locken lassen.

Familienfirmen wie der schwäbische Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf oder der Technologiekonzern Voith machen aus der Not eine Tugend: Sie bemühen sich besonders um die Hochschulen und Talente in ihrer direkten Umgebung – und sie machen die Suche zur Chefsache.

„Nirgendwo können wir so konzentriert arbeiten und haben so gute Kontakte wie hier“, sagt Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller. Der Stammsitz Ditzingen klingt nach Provinz und ist es auch. Aber hier ist Trumpf die große Nummer. In der Region ist der Name Trumpf so gut wie der von Bosch oder Daimler. Das ist wichtig im Kampf um die besten Köpfe der Unis – dem potenziellen Führungsnachwuchs. „Wir machen da viel und lassen uns das einiges Kosten“, sagt die Firmenchefin.

Trumpf kooperiert mit dem Stuttgart Institute of Management and Technology, kurz SIMT, und fördert Studenten durch Stipendien und Sponsoring. Ganz bewusst setzt Trumpf auf Ditzingen und baut auch dort ein Entwicklungszentrum. „Wir wollen hier alle unsere Entwickler in Deutschland zusammenziehen“, sagt Nicola Leibinger-Kammüller.

Derzeit beschäftigt Trumpf am Stammsitz 2 000 der 6 500 Mitarbei-ter. Ausgelegt ist die Erweiterung auf 3 000 Beschäftigte. Der Erfolg des Unternehmens aber auch Entlassungswellen bei benachbarten Unternehmen wie bei Daimler-Chrysler haben dafür gesorgt, dass Trumpf mit 1,65 Mrd. Euro Umsatz und 154 Mill. Euro Gewinn beim Nachwuchs einen guten Ruf besitzt. „Hart aber fair geht es hier zu“, sagt ein Beschäftigter.

Viele Familienfirmen haben in ihrer Region ein ausgefeiltes Netzwerk zu Ausbildungsstätten aufgebaut, mit sie Talente früh an sich binden und von dem sie in Zeiten des Fachkräftemangels profitieren wollen.

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