Neuartige Stromzähler
Intelligente Stromnutzung stößt auf Bürokratie

Intelligente Stromzähler können helfen, Strom zu sparen und Kraftwerkskapazitäten besser auszunutzen – theoretisch jedenfalls. Denn die Anbieter neuartiger Stromzähler beklagen unnötige Widerstände beim Einstieg in das liberalisierte Messwesen. Warum die intelligente Lösung nicht richtig in Schwung kommt.

BERLIN. In der Praxis gibt es dafür hohe Hürden, etwa die Details der Verordnung, die den Einsatz der Geräte regelt. Diese soll heute im Bundesrat verabschiedet werden. Unternehmen, die mit intelligenten Stromzählern Geld verdienen wollen, schlagen Alarm.

Unter der Überschrift „Liberalisierung des Messwesens“ bildet der Einsatz intelligenter Stromzähler einen wichtigen Bestandteil des Integrierten Energie- und Klimapakets der Bundesregierung. Im Idealfall bringt die intelligente Strommessung – im Fachjargon „smart metering“ genannt – ein beachtliches Einsparpotenzial. Bislang kann der Stromkunde an seinem Zähler nur ablesen, wie viel er innerhalb eines gewissen Zeitraums verbraucht hat. Intelligente Zähler können wesentlich mehr: Sie zeigen sekundengenau den aktuellen Verbrauch an und helfen dabei, Stromfresser zu identifizieren.

Hinzu kommt, dass die Stromanbieter spätestens 2011 mit tageszeitabhängigen Stromtarifen auf den Markt kommen müssen. Verbraucher können dann die Zähler so programmieren, dass Wasch- oder Spülmaschine zu Spitzenverbrauchszeiten nicht mehr eingeschaltet werden. Die extremen Unterschiede zwischen dem Stromverbrauch am Tag und in der Nacht gleichen sich an. Die Versorger können die Kraftwerkskapazitäten, die sie nur zur Abdeckung der Verbrauchsspitzen vorhalten, reduzieren. Im Idealfall wirkt sich das dämpfend auf das Strompreisniveau aus.

Doch im Moment sieht alles danach aus, als würde die intelligente Lösung nicht richtig in Schwung kommen. Der Verordnungsentwurf enthält aus Sicht der Unternehmen, die sich das Messwesen als neues Geschäftsfeld erschließen wollen, zu hohe Hürden für den Markteintritt. In einem Brandbrief an die Länderminister, die heute im Bundesrat über die Verordnung abstimmen, schreibt der Bundesverband Neuer Energieanbieter (BNE), der Entwurf sei „durch einige unscheinbar erscheinende Punkte geeignet“, die angestrebte Effizienzverbesserung unmöglich zu machen. Es gebe eine Reihe von Konstruktionsfehlern, die beseitigt werden sollten, heißt es in dem Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt. Eine Auffassung, die Stromanbieter wie Yello teilen: „Das ist der Versuch, bestimmte Dinge zurück zum Netzmonopolisten zu holen“, sagte Geschäftsführer Martin Vesper dem Handelsblatt.

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