Neue Sanierer treten auf
Investoren kaufen notleidende Mittelstandskredite

Die Mittelstandsfinanzierung steckt im Umbruch - das gilt erst Recht für die Zeiten, in denen es den Unternehmen schlecht geht. Wenn Managementfehler, falsche Produktpolitik oder eine überhastete Expansion durch den bekannten Eigenkapitalmangel verschärft werden, ist der Sanierungsfall meist nicht weit.

FRANKFURT. Während aber noch vor zehn bis 15 Jahren ausschließlich das Management und die Eigentümer mit den Banken verhandelten, sind seit ein paar Jahren ganz neue Spieler im "Restrukturierungsumfeld" zu finden. Unter den Begriffen "Distressed Assets and Investments" entwickelt sich eine neue Finanzbranche, die 2006 weiter an Bedeutung gewinnen wird, glauben viele Bankexperten und Unternehmensberater. Zwar ist die Zahl der Insolvenzen leicht rückläufig, gleichzeitig bleibt die Finanzlage vieler Firmen laut Auskunftei Creditreform aber schwierig. Die dünne Eigenkapitaldecke wird vielen zum Verhängnis, selbst wenn die Konjunktur anspringt.

In diesem Jahr gerieten wieder einige Branchen in schwieriges Fahrwasser. Das gelte beispielsweise für die KFZ-Zulieferer, sagt Walter Bickel, geschäftsführender Partner bei der internationalen Unternehmensberatung Droege & Comp. GmbH in München. Zu den neuen Spielern bei Restrukturierungen und Sanierungen zählten vor allem Hedge-Fonds, Beteiligungsfonds (Private Equity) und spezialisierte Bankabteilungen für strukturierte Finanzierungen. Nicht nur die Zahl der Beteiligten in diesen "speziellen Unternehmenssituationen" sei gestiegen, auch die Heterogenität der Interessen nehme zu. Distressed-Investoren sähen den Weg zur Gesundung des Unternehmens unter einem sehr progressiven unternehmerischen Ansatz, während Banken naturgemäß eher risikoscheu seien, heißt es bei Droege. "Hier muss der Berater zusätzlich die Rolle des Moderators übernehmen", sagt Bickel. "Distressed-Investoren stellen beispielsweise auf die operativen Erträge der Firmen ab, nicht auf die zu Grunde liegenden Vermögensteile als Sicherheiten", erläutert Bickel die unterschiedlichen Perspektiven der Marktteilnehmer.

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