Neuer Lenkungskatalog
China wird bei Auslandsinvestitionen wählerisch

Längst sind die Zeiten vorbei, in denen sich China als billige Werkbank der Welt einen Namen machen wollte. Inzwischen setzt die Regierung auf Innovation und Technologie als Wirtschaftsmotor. Diesem Ziel ordnet sie auch die Investitionstätigkeit ausländischer Unternehmen unter.

PEKING. Das macht der zum 1.12.07 in Kraft tretende neue Lenkungskatalog deutlich. Erwünscht sind künftig vor allem Projekte, die neue Technologien ins Land bringen, den Umweltschutz fördern oder zur Entwicklung der wirtschaftlich schwächeren Regionen beitragen.

Wer heutzutage in China investieren will, benötigt nicht nur ein gutes Produkt und ausreichend Kundschaft. In den Augen der Regierung sollten Investoren vor allem auch Technologie und Produktions-Know-how mitbringen, das im Land noch nicht oder nicht ausreichend vertreten ist. Erfüllt der ausländischen Unternehmer diese Voraussetzungen winken Unterstützung und Förderung. Sonst droht unter Umständen die kalte Schulter.

Die Sprache des am 31.10.07 von der National Development and Reform Commission (NDRC) veröffentlichten "Catalogue for the Guidance of Foreign Investment Industries" spart nicht an Deutlichkeit und detaillierten Vorgaben. In der Vorgängerversion aus dem Jahr 2004 war der Katalog im wesentlichen ein Wegweiser durch grob gefächerte Industriesektoren, in denen ausländische Investitionen entweder erwünscht, beschränkt oder verboten waren. Die Neufassung ist vor allem bei den Angaben bezüglich der erwünschten (da nach wie vor benötigten) Technologien und Produkte deutlich detaillierter geworden.

Im Vergleich zum vorhergehenden Katalog ist der neue mit technischen Spezifikationen bezüglich der Art von Produkten gespickt, für deren Herstellung ausländische Investitionen nach wie vor erwünscht sind. So werden beispielsweise gezielt Investitionen zur Herstellung von Digitalkameras mit einer Auflösung von mehr als sechs Megapixel gefördert; an der Produktion älterer Modelle besteht hingegen kein Interesse mehr. Auch im Bergbausektor ist zum Beispiel nur dann eine Förderung möglich, sollte es sich um Investitionen in schwierige Minen oder in Minen in wirtschaftlich schwachen Gebieten handeln.

Die Tendenz scheint deutlich: Noch stärker als zuvor sollen ausländische Investitionen instrumentalisiert werden, um eigene Technologielücken zu füllen, die in einigen Segmenten rückständige heimische Industrie umzustrukturieren sowie die industrielle Entwicklung der West- und Zentralprovinzen zu fördern. Darüber hinaus soll der schonende Umgang mit Ressourcen - sei es Energie, Wasser oder andere Rohstoffe - durch Einführung moderner Produktionsprozesse und Umweltschutztechnologien vorangetrieben werden.

Überhitzungserscheinungen haben zu Beschränkungen für ausländische Investoren im Immobiliensektor geführt. Betroffen sind davon unter anderem Bau und Verkauf von Hotels, Bürogebäuden und Ausstellungszentren im High-end-Bereich sowie generell die Bau- und Immobilientätigkeit im Second-Grade-Segment. Doch auch in anderen Bereichen gibt es Beispiele für neue Beschränkungen.

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