Öffnung weiterer Sektoren geplant
Warum Indien immer attraktiver wird

Indien steht in der Gunst ausländischer Investoren hoch im Kurs.Vor allem die Ankündigung der Regierung, das Bietverfahren bei Infrastrukturprojekten weiter zu vereinfachen, dürfte das Engagement des Privatsektors weiter verstärken. Wo auch deutsche Unternehmen punkten können.

bfai BOMBAY. Im abgelaufenen Finanzjahr 2006/07 legten die Direktinvestitionen in Indien um 184% auf knapp 16 Mrd. US$ zu. Vor allem der Dienstleistungssektor profitierte von dieser Entwicklung, hier stiegen die Nettozuflüsse gegenüber dem Vorjahr um 700% auf 5 Mrd. $. Die lange Zeit verschmähte Bauindustrie verzeichnete ein Plus von 550% auf fast 1 Mrd. $. Die Regierung hat angekündigt, den Agrarsektor und weitere Infrastrukturbereiche für ausländisches Kapital zu öffnen.

Indien muss immer weniger den Vergleich mit China fürchten, wenn es um das Thema ausländische Direktinvestitionen geht. Hier konnte der Subkontinent in den letzten drei Jahren laut Department of Industrial Policy & Promotion erheblich an Boden gut machen. Allein im Finanzjahr 2006/07 (1.4. bis 31.3.) erhöhten sich die Nettozuflüsse gegenüber der Vorjahresperiode um 184% auf 15,7 Mrd. US$. Hierin sind - im Unterschied zur chinesischen Statistik - allerdings nur Investitionen in Form von "Fresh Money" berücksichtigt. Würde man Reinvestitionen ausländischer Unternehmen vor Ort mit einbeziehen, wäre die Bilanz noch positiver.

Den höchsten Zuwachs bei den Nettozuflüssen verzeichnete erstmals die indische Dienstleistungsbranche, die 2006/07 Direktinvestitionen in Höhe von 4,7 Mrd. $ verbuchen konnte, ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 717%. Damit schob sich der Sektor am bisherigen Spitzenreiter Elektronik und Elektrotechnik vorbei auf den ersten Platz. Aber auch die indische Elektroindustrie sammelte mit 2,7 Mrd. $ fast doppelt so viele Investments ein wie 2005/06. Zu den Gewinnern zählten auch der Transportsektor (+110%) und die Bauindustrie (+552%).

Vor allem das Plus bei den ausländischen Investitionen im Bausektor haben innerhalb der indischen Regierung positive Reaktionen hervorgerufen. Denn trotz aller Versuche New Delhis, ausländischen Investoren die Beteiligung an den milliardenschweren Infrastrukturgroßprojekten schmackhaft zu machen, war der Erfolg bislang bescheiden. Die institutionellen und finanziellen Rahmenbedingungen für die meist als Build-Operate-Transfer (BOT)-Vorhaben angedachten Projekte haben in der Vergangenheit Investoren eher abgeschreckt denn angelockt.

Allerdings sind auf diesem Gebiet - wie auch bei den oft bürokratischen und langwierigen Ausschreibungsverfahren - erste Verbesserungen erkennbar, die sich positiv auf die ausländischen Investitionen in diesem Sektor auswirken. Und der Investitionsbedarf für den Ausbau des Straßen- und Schienenetzes, der Flug- und Seehäfen sowie der Energie- und Wasserversorgung ist gewaltig. Das Ministry of Commerce schätzt, dass bis 2012 Projekte mit einem Volumen von 500 Mrd. $ realisiert werden müssen, um die Infrastruktur des Landes den Bedürfnissen der Wirtschaft und der Bewohner anzupassen.

Vor allem die Ankündigung der Regierung, das Bietverfahren bei Infrastrukturprojekten weiter zu vereinfachen, dürfte das Engagement des Privatsektors weiter verstärken. Bislang mussten die beteiligten Unternehmen neben einem finanziellen Angebot auch einen "Technical Bid" unterbreiten, bei dem festgestellt werden sollte, ob der Bieter auch die technischen Projektanforderungen erfüllen kann. Dieser soll bei Public Private Partnership (PPP)-Vorhaben künftig wegfallen. Dadurch soll der gesamte Ausschreibungsprozess beschleunigt und für die Beteiligten transparenter werden, verspricht die indische Regierung.

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