Persönlichkeitstrainings
Maschinenbauer lehren Kommunikationstechnik

Wenn Maschinenbauer zur Schulung laden, geht es nicht nur um die richtige Bedienung der Geräte. Seit Anfang des Jahres bieten die Münchener Krauss Maffei ihren Kunden aus der Kunststoffindustrie Persönlichkeitstrainings an: Die Teilnehmer lernen, Informationen leichter und gezielter aufzunehmen. Wie Soft-Skills-Seminare die Kundenbindung erhöhen sollen.

STUTTGART. „Vor allem die neuen Lernmethoden fruchten“, sagt Christian Hettich begeistert, stellvertretender technischer Leiter von Pelzer Chemie in Neutraubling. Das Unternehmen stellt Schallisolierungen und Böden für Premium-Fahrzeuge her, und es schickt jährlich sechs Mitarbeiter zur Krauss-Maffei-Schulung. Weil die Pelzer-Leute dort lernen, Probleme schneller zu finden, ist die Fehlerquote wie auch bei anderen Krauss-Maffei-Kunden deutlich gesunken: Teilweise um bis zu dreißig Prozent. Maschinenstillstände haben sich um mindestens 20 Prozent reduziert und der Ausstoß ist bis zu 30 Prozent höher.

Ein Fünftel ihres Umsatzes erwirtschaften Maschinen- und Anlagenbauer laut Branchenverband VDMA inzwischen durch Dienstleistungen. Davon entfallen knapp vier Prozent auf Kundenschulungen. Teilweise verfügen die Unternehmen über eigene Zentren. Meistens organisieren die Anlagenbauer die Schulungen allerdings nach dem Aufbau der Maschine beim Kunden.

„Je komplexer die Maschine, desto unerlässlicher die Schulung“, sagt Peter Thomin vom VDMA-Arbeitskreis Kundendienst. Doch selbst bei einfacher Handhabung führt eine Einweisung zu höherer Präzision und Effizienz. Deshalb bietet praktisch jeder Maschinenbauer Schulungen an, so der Wirtschaftsingenieur.

Auch beim Fertigungsmesstechniker Mahr verlässt äußerst selten ein Messgerät das Werk ohne Schulung. „Sie ist Teil der Lösung“, sagt Uwe Rummelmann, Leiter des Service-Centers, denn Maschine, Software, Programmierung und Nutzung sind ein Paket, wenn es um Messungen in Nanometern geht. Das Göttinger Unternehmen beliefert vor allem die Automobilindustrie, aber auch Unternehmen des Kunststoffsektors.

Krauss Maffei hat jetzt das Soft-Skills-Training ins Programm genommen, um die Kundenbindung zu erhöhen. Dass beim Kollegen manches nicht so ankommt, wie gemeint, diese Erfahrung kennen alle Teilnehmer. „Aber dann fehlen Instrumente, mit denen die Menschen Missverständnisse und Konflikte lösen können“, erklärt Christa Mesnaric vom Trainingsinstitut Michl Group, die das Konzept entwickelt hat. Und so lernen die Maschinenführer bei Krauss Maffei nicht nur die korrekte Einstellung beim Tiefziehen. Sondern auch das „Sender-Empfänger-Modell“. Und das „Kommunikationsquadrat“ von Schulz von Thun.

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