Pharmabranche
Boehringer hängt die Konkurrenten ab

Boehringer Ingelheim ist im ersten Halbjahr nach eigenen Angaben erneut stärker gewachsen als der Branchenmarkt. Der Umsatz des Pharmakonzerns stieg um 16 Prozent auf 6,4 Milliarden. Für das kommende Jahr schwant dem Familienunternehmen allerdings Übles.

FRANKFURT. Starke Verkäufe von Human- und Tierarzneimitteln sowie positive Währungseffekte sorgen beim Pharmakonzern Boehringer Ingelheim weiterhin für kräftige Umsatzsteigerungen. Für das erste Halbjahr 2009 meldete das Familienunternehmen gestern ein Umsatzplus von knapp 16 Prozent auf 6,38 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis habe sich parallel dazu entwickelt, heißt es. Im vergangenen Jahr hatte Boehringer bei Erlösen von 11,6 Mrd. Euro ein operatives Ergebnis von knapp zwei Mrd. Euro verbucht.

Bereinigt um Währungseffekte stiegen die Erlöse nach Angaben des Unternehmens im Gesamtkonzern um gut acht Prozent. Einem nur leichten Wachstum in der Sparte Selbstmedikation (frei verkäufliche Medikamente) stand dabei ein Plus von 28 Prozent im Bereich Tiergesundheit und ein Zuwachs von neun Prozent im Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten (Pharma) gegenüber. Der nach Bayer zweitgrößte deutsche Arzneimittelhersteller legte damit abermals stärker zu als der Weltpharmamarkt, für den Branchenbeobachter lediglich etwa drei Prozent Plus erwarten. Unter den großen Herstellern, die bislang Quartalszahlen publizierten, haben für das erste Halbjahr 2009 lediglich die Schweizer Konzerne Novartis und Roche höhere Zuwachsraten in lokalen Währungen ausgewiesen. Mehrere große US-Pharmakonzerne sowie die britische Glaxo-Smithkline verbuchen derzeit sogar Einbußen im Arzneimittelgeschäft.

Das Boehringer-Management rechnet auch für das Gesamtjahr mit einem Wachstum über dem Branchenschnitt. Zugleich richtet sich der Ingelheimer Konzern aber auf ein deutlich schwächeres Wachstum im kommenden Jahr ein, wenn mehrere Produkte den Patentschutz verlieren und damit voraussichtlich heftige Konkurrenz durch Nachahmer-Medikamente (Generika) erhalten.

Dazu gehört insbesondere das Medikament Flomax, ein Mittel gegen gutartige Prostatavergrößerungen. Es gehörte im ersten Halbjahr 2009 mit einem Umsatzwachstum um 27 Prozent auf 709 Mio. Euro noch zu den wichtigsten Wachstumstreibern. Das Mittel verliert Ende Oktober den Patentschutz in den USA und dürfte anschließend drastische Umsatzeinbußen verbuchen.

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