Plagiate
Türkei verbessert Schutz geistigen Eigentums

Die Türkei gehört immer noch zu den wichtigen Herkunftsländern von Plagiaten. Verletzungen des Urheberrechts an Büchern, CDs oder Software sind häufig. Auch bei der Verwendung von Verpackungen und Markenzeichen gibt es zahlreiche Übertretungen.

ISTANBUL. Zwar wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Gesetze zum Schutz geistigen Eigentums erlassen oder geändert, womit die Rechtslage den EU-Standards näher kommt. Großen Rückstand haben die türkischen Behörden allerdings bei der Umsetzung der Rechtsnormen.

Der erfolgreiche Aufbau einer exportorientierten Industrie, die Diversifizierung der einheimischen Produktion und die Belieferung von sowie die Fertigung für international renommierte Markenhersteller haben in der Türkei Spielraum für Fälschungen geschaffen und die Fähigkeiten auf diesem Feld größer werden lassen. Razzien machen immer wieder auf neue Aktivitäten von Plagiatoren aufmerksam. Mit erweiterten Pflichten zur Registrierung und verbesserter Kennzeichnung versucht die Regierung, dem Problem Herr zu werden. Bei einem geschätzten Anteil der Schattenwirtschaft von 40 Prozent steht sie hier jedoch vor einer schwierigen Aufgabe.

Werden in einem Gebiet strengere Kontrollen durchgeführt, weichen einschlägige Betriebe schnell an andere Orte aus. So vermuten Branchenexperten, dass in den Tourismusgebieten im Süden der Türkei um die Zentren Antalya und Alanya 50 bis 70 Prozent der angebotenen Markenbekleidung nicht von autorisierten Herstellern stammen. Dabei ist aber nicht in allen Fällen ein qualitativer Unterschied festzustellen, da die Fabriken zum Teil die gleichen Materialien verwenden wie bei den ebenfalls im Land gefertigten Originalprodukten. So würden sich die Plagiate sogar in einigen Markengeschäften zwischen den Originalen im Regal finden. Mitten in der Metropole Istanbul wurden im Juni 2008 in einer kleinen Schuhfabrik 10 000 Paar gefälschte Markenturnschuhe beschlagnahmt. Bei weiteren Razzien wurden im August Tausende von nachgeahmten Markentrainingsanzügen, T-Shirts und Gürteln beschlagnahmt.

Bei vielen von diesen Produkten ist der Kauf eines Plagiats für den Kunden vielleicht ärgerlich, aber ohne besondere Gefahren. Schwerwiegender als bei Bekleidung oder Modeaccessoires sind die Gefährdungen durch Fälschungen für die Konsumenten bei Nahrungsmitteln, mechanischen Teilen oder Medikamenten. In Istanbul wurden Anfang 2008 auf eine Beschwerde der Firma FAG hin zwölf Betriebe untersucht, die gefälschte Maschinenteile hergestellt haben. Insgesamt wurden Produkte mit einem Marktwert von umgerechnet etwa 450 Mio. Euro beschlagnahmt, darunter 2 000 Kugellager minderer Qualität, die unter dem Namen FAG in den Handel gebracht werden sollten.

Immer wieder wurden in der jüngeren Vergangenheit auch Fälle von gefälschten Medikamenten bekannt. Hierbei kann es sich um wirkungslose Ersatzpräparate in den Verpackungen von verschreibungspflichtigen Arzneien handeln oder auch um Medikamente mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum, die mit neuer Verpackung und neuem Datum wieder in den Handel gebracht werden. Besonders häufig waren die Fälle bei Präparaten für die Behandlung von Diabetes, Blutdruckproblemen, Depressionen und Krebs.

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