Porträt
Maria-Elisabeth Schaeffler: Die geheimnisvolle Matriarchin

Über Nacht musste Maria-Elisabeth Schaeffler die Verantwortung für die Firmengruppe ihres Mannes übernehmen. Sie schaffte es und schuf den weltweit zweitgrößten Wälzlagerhersteller. Heute ist sie eine der mächtigsten und verschwiegensten Unternehmerinnen Deutschlands.

DÜSSELDORF. Die Kontraste könnten größer kaum sein. Puma und Adidas kennt jeder. Deren Chefs auch. Herbert Hainer posiert gerne lässig mit Drei-Streifenprodukten vor der Kamera. Und Jochen Zeitz lässt sich mit neuen Puma-Schuhen ablichten.

Aber wer kennt den großen Nachbarn der beiden Sportartikelkonzerne im fränkischen Städtchen Herzogenaurach? Die Schaeffler-Gruppe? Oder etwa deren Inhaberin?

Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Weltkonzern tauchen selten, äußerst selten in der Öffentlichkeit auf. Aber dann mit einem Paukenschlag. Wie gestern: als sie bestätigte, dass der Wälzlager-Hersteller mit Continental verhandelt, um den großen Hannoveraner Autozulieferer zu übernehmen. Oder vor sieben Jahren, als sie nach einem Übernahmekampf den Konkurrenten FAG Kugelfischer kaufte. Damals stieg sie mit ihrer Firmengruppe neben dem schwedischen SKF-Konzern zum weltweit größten Hersteller von Wälzlagern auf. Sie sorgen dafür, dass sich in Autos, im Riesenrad London Eye und in Airbus-Jets alles reibungslos dreht.

Wer ist Maria-Elisabeth Schaeffler, eine der mächtigsten und reichsten Unternehmerinnen Deutschlands? Wer die seltene Gelegenheit hat, sie zu interviewen, trifft eine große, elegant gekleidete, charmante Frau mit leicht wienerischem Tonfall. Eine Frau, die sich ihrer speziellen Rolle bewusst ist. "Wir haben als Familienunternehmen eine besondere Verantwortung, auch gegenüber unseren Mitarbeitern in Deutschland", sagt Schaeffler, die in Wien aufwuchs und Ärztin werden wollte.

Sie kennt viele Leute im Herzogenauracher Werk persönlich und wohnt in Sichtweite der Herzogenauracher Zentrale, deren Gebäude sich unauffällig auf einem Hang über dem Städtchen ausbreiten. Die 66-Jährige ist die Matriarchin. "Sie arbeitet für das Unternehmen mit Herzblut", erkennt Gesamtbetriebsratschef Norbert Lenhard an und fügt hinzu: "Sie genießt im Unternehmen Respekt wegen ihrer Leistung."

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