Probleme
Finanzinvestoren klopfen bei Mittelständlern an

Angelsächsische Finanzinvestoren schauen nicht mehr nur auf die großen Konzerne in Deutschland, sondern in immer stärkerem Maße auch auf den deutschen Mittelstand. Denn sie finden hier ideale Bedingungen – auf den ersten Blick.

FRANKFURT. Die Mittelständler haben historisch bedingt eine relativ dünne Eigenkapitaldecke und passen damit eigentlich ideal zu den Private-Equity-Häusern, die ja außerbörsliches Eigenkapital zur Verfügung stellen. Und das Geschäft mit Beteiligungen an mittelgroßen Firmen hat dementsprechend auch stetig zugenommen.

„Buyouts – und hier vor allem Mega-Buyouts – haben sich stark entwickelt. Diese großen Transaktionen beherrschen auch die Schlagzeilen; aber wir können nicht oft genug betonen, dass vor allem Firmen mit weniger als 500 Mitarbeitern von Beteiligungskapital profitieren“, kommentiert Javier Loizaga vom europäischen Branchenverband EVCA die aktuelle Situation. 90 Prozent der Investitionen flossen laut EVCA-Statistik in diese Unternehmen.

Wachstumsstark zeigten sich vor allem mittelgroße Buyouts sowie Finanzierungen für junge Technologiefirmen. „An dieser starken Entwicklung sehen wir, dass insbesondere junge Wachstumsunternehmen sowie mittelständische Firmen im Fokus des europäischen Beteiligungsgeschäfts stehen“, sagt Loizaga.

Allerdings haben sich die ganz großen Hoffnungen auf einen Goldrausch im Mittelstand bisher nicht erfüllt. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum Ersten streben die Beteiligungsmanager in der Regel Mehrheiten an, was viele Familienunternehmen ablehnen. Zum Zweiten kommen viele Firmen derzeit auch ohne Kapitalspritze aus, weil die Konjunktur rund läuft und Finanzierungen über Kredite sehr billig sind. Oftmals reicht auch die Innenfinanzierung, so dass Beteiligungshäuser nicht selten vor verschlossenen Türen stehen.

Einige Beteiligungsfonds haben sich schon darauf eingestellt und geben sich auch mit Minderheitsbeteiligungen zufrieden. Ein Beispiel sind Heliad Equity Partners, die Unternehmen mit Umsätzen zwischen zehn und 100 Mill. Euro suchen, allerdings sollte das Wachstum der Firmen jährlich bei mindestens 20 Prozent liegen. Man habe das „Selbstverständnis des konstruktiven Partners für die Unternehmen“, sagen die Heliad-Manager Ralf Flore und Alexander Mitsch. Heliad hat sich beispielsweise bei einem Geldtransportunternehmen und einem Spezialisten für Reprografie-Dienstleistungen eingekauft und unterstützt die Expansion von Unternehmen über weitere Zukäufe.

Seite 1:

Finanzinvestoren klopfen bei Mittelständlern an

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%