Schwellenländer
Investoren wappnen Brasilien gegen Krisen

Unter den aufstrebenden Volkswirtschaften weltweit ist Brasilien das wichtigste Investitionsziel für europäische Unternehmen. Längst ist das Land nicht mehr nur von Rohstoffexporten abhängig. Wie ausländische Investitionen Brasilien krisenfest machen.

SÃO PAULO. Nach Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat investierten Unternehmen aus der Europäischen Union im vergangenen Jahr 5,3 Mrd. Euro im größten Land Südamerikas – weit mehr als in Russland (4,3 Mrd. Euro), China (3,7 Mrd. Euro) oder Indien (1,6 Mrd. Euro). Dabei waren spanische Konzerne in den vergangenen zwei Jahren mit zusammen 3,6 Mrd. Euro die größten Einzelinvestoren aus der EU.

„Seit sich das Risiko für die Investoren verringert hat, ist Brasilien für ausländische Unternehmen wieder interessant geworden“, sagt Octávio de Barros, Chefökonom der Banco Bradesco. So haben die Aktivitäten ausländischer Konzerne dieses Jahr weiter zugenommen: In den ersten sechs Monaten investierten sie 24,3 Mrd. Dollar in Brasilien, in den letzten zwölf Monaten waren es 32,3 Mrd. Dollar. Allein im Juni flossen mit dem Kauf der brasilianischen Arcelor-Tochter durch den Stahlkonzern Mittal, der Übernahme des Kreditvermittlers Serasa durch die britische Experian und dem Kauf einer Immobilientochter von Unibanco durch die Deutsche Bank mehr als zehn Mrd. Dollar nach Brasilien – so viel wie im ganzen Jahr 2003.

Analysten sind zuversichtlich, dass Brasilien dieses Jahr den Rekord des Jahres 2000 mit 32,8 Mrd. Dollar übertreffen wird. Bradesco-Ökonom Barros rechnet mit ausländischen Nettoinvestitionen in Höhe von 34,4 Mrd. Dollar. Geändert haben sich die Investitionsziele der Multis in Brasilien: „Das Auslandskapital beteiligt sich nicht mehr an Privatisierungen, wie noch in den 1990er-Jahren“, sagt Barros. „Etwa die Hälfte der Investitionen konzentriert sich auf den Rohstoffsektor, die andere Hälfte geht in die Industrie.“

So investieren die meisten Konzerne in die Stahl-, Chemie-, Bergbau- sowie die Öl- und Ethanolbranche. Diese Investitionen stärken Brasilien als Exportplattform. „Inzwischen kommt jedoch immer mehr Kapital ins Land für Unternehmen, die den Binnenmarkt anvisieren“, beobachtet Edgar Pereira vom Institut für industrielle Entwicklung (Iedi). Vor allem in die KFZ-Branche, die Lebensmittel-, Getränke- und die Bauwirtschaft fließt neues Kapital.

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