Solarenergie
Solarbranche setzt auf Rationalisierung

Der Trend zur automatisierten Fertigung von Solaranlagen beschert den Anbietern von Automationslösungen kräftige Zuwachsraten. Ein enormes Wachstumstempo und weltweite Konkurrenz zwingen Hersteller von Photovoltaik-Systemen dazu, ihre Produktionskosten zu senken und die Effizienz zu erhöhen. Dabei setzen sie zunehmend auf Hochleistungs-Roboter.

KÖLN. Als Dieter Manz Ende der 80er Jahre seine ersten Roboter entwickelte, bewies er einen guten Riecher. Damals war Solarstrom noch bestenfalls ein Thema für Umweltaktivisten. Doch dem Unternehmer war bereits klar: "Die Produktion von Solarzellen macht wirtschaftlich nur Sinn, wenn man sie massenweise herstellt."

Also setzte er von Anfang an auf die Branche. Und seine Firma Manz Automation AG aus Reutlingen macht heute Rekordumsätze mit den Solarfirmen, die längst eine Milliarden-Industrie repräsentieren.

Der Trend zur automatisierten Fertigung von Solaranlagen beschert auch anderen Anbietern von Automationslösungen kräftige Zuwachsraten. Ein enormes Wachstumstempo und weltweite Konkurrenz zwingen Hersteller von Photovoltaik-Systemen dazu, ihre Produktionskosten zu senken und die Effizienz zu erhöhen.

Dabei setzen sie zunehmend auf Hochleistungs-Roboter, die in den Produktionsanlagen der Sonnen-Industrie einzelne Solarzellen mit Silizium beschichten, sie zu Solarmodulen verbinden oder mit Hilfe integrierter Bildverarbeitung die Ausrichtung der einzelnen Zellen prüfen.

So werden rekordverdächtige Taktzeiten in der Produktion möglich. "In den letzten zehn Jahren hat sich der Durchsatz in den Fertigungsanlagen von Solarzellen vervierfacht", wirbt Automationsexperte Manz. Die neueste Generation der Produktionssysteme schafft bis zu 3600 Solarzellen pro Stunde.

"Ein hoher Automatisierungsgrad in der Fertigung von Photovoltaik-Produkten entscheidet künftig über die internationale Wettbewerbsfähigkeit", bestätigt Carsten Busch, Segmentleiter Solar bei ABB Automation in Mannheim. Busch rechnet damit, dass die deutsche Solarbranche nur durch Automatisierung ihre weltweit führende Rolle behaupten kann. Denn die Konkurrenz schläft nicht. Eine vollautomatische Fabrik für Solarmodule schafft bei 200 Megawatt Produktionskapazität 400 Arbeitsplätze. Eine vergleichbare manuelle Fertigung benötigt etwa 3000 Mitarbeiter - sie wäre damit selbst in Asien nicht mehr konkurrenzfähig. Und erst recht nicht in Deutschland. Seit fünf Jahren bietet ABB Förderroboter für die Solarzellenfertigung an. Mittlerweile gehen rund 15 Prozent der Roboter in die Solarbranche.

Automatisierung wird auch deshalb wichtiger, weil die Solarindustrie immer dünnere und damit empfindlichere Siliziumscheiben und Solarzellen benutzt. Bei einer falschen Bewegung entstehen an diesen Superzellen aber sofort feinste Mikrorisse, die ihre elektrische Leitfähigkeit erheblich verschlechtern. "Die Entwicklungen im Bereich der Automatisierung zielen also auch auf eine Erhöhung der Produktsicherheit ab", erklärt Karsten Barth, Geschäftsführer bei SLS Solar Line Saxony GmbH.

Als Tochter der Roth & Rau-Gruppe hat sich SLS aus dem sächsischen Limbach-Oberfrohna auf automatische Qualitätsprüfungen und auf den Transport von Solarzellenmodulen spezialisiert. SLS-Chef Barth erwartet, dass Hersteller künftig unnötige Wege vermeiden wollen - und ihre Produktionslinien auch deshalb stärker automatisieren.

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