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Tschechien begeistert die Deutschen

Tschechien ist ein Spitzenstandort für deutsche Investoren. Der politische Stillstand des Jahres 2006 und die dadurch liegen gebliebenen Reformen haben die gute Laune deutscher Investoren in Tschechien nicht beeinträchtigt. In vielen Bereichen hat sich die allgemeine Zufriedenheit sogar noch gesteigert. Allerdings: Drei Punkte sorgen immer wieder für Ärger.

bfai PRAG. Deutsche Unternehmen schätzen an Tschechien die wachsende inländische Nachfrage, die Zugehörigkeit zur EU, den Zugang zu anderen Absatzmärkten in der Region, ebenso Verfügbarkeit und Qualität lokaler Zulieferer, so die Konjunkturumfrage 2007 der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (DTIHK). In vielen Bereichen hat sich die allgemeine Zufriedenheit sogar noch gesteigert. Kritischer bewertet werden die Abgabenbelastung, der Arbeitsmarkt und die mangelnde Korruptionsbekämpfung.

Insgesamt erteilen deutsche Firmen dem Land allerdings glänzende Noten, wobei sie für die Entwicklung des eigenen Unternehmens noch optimistischer sind als für die Entwicklung der tschechischen Wirtschaft insgesamt. An der jährlichen Umfrage der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer (DTIHK) in Prag nahmen 123 Unternehmen aus Industrie, Handel und dem Dienstleistungsbereich teil. Fast zwei Drittel von Ihnen bezeichneten die aktuelle Wirtschaftslage als gut, während rund ein Drittel die Situation als befriedigend bewertete, nur 2% sie für schlecht hielt. Mit weiter verbesserten Aussichten für die Wirtschaft rechnet wiederum ein Drittel; zwei Drittel gehen von einer gleichbleibend stabilen Entwicklung aus.

Geht es um die eigene Geschäftslage wird das Bild sogar noch freundlicher. Die eigene Geschäftslage wurde von 70% der Unternehmen als gut, von 28% als befriedigend und nur 2% als schlecht beurteilt. "Die Meinung zum hiesigen Markt ist sehr positiv", sagte Bernard Bauer, Geschäftsführer der DTIHK bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse. "Wir stellen seit 2005 jedes Jahr fest, dass die Unternehmen immer zufriedener werden mit dem Standort Tschechien, dass die Geschäftslage sich positiv entwickelt und dass die Firmen hier weiter kontinuierlich investieren und ihre Produktionsstätten erweitern."

Selbst wenn das tschechische Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren das Rekordtempo von 2005 und 2006 mit jeweils 6,1% nicht mehr halten kann, hält Bauer es für verfehlt, daraus den Schluss zu ziehen, dass sich der wirtschaftliche Boom dem Ende zuneige. Es lohne auch weiterhin, in Tschechien Geschäfte zu machen. Dies zeige die Prognose der Umfrageteilnehmer für die Geschäftsentwicklung, bei der 55% der Befragten 2007 noch bessere Geschäfte erwarten als im Vorjahr und 40% von gleichen Resultaten ausgehen. Schon 2006 waren die Umsätze von 81% der befragten Unternehmen gestiegen, bei 12% unverändert geblieben. Für 2007 rechneten drei Viertel mit einer eher noch besseren Umsatzentwicklung, 22% mit unveränderten Zahlen.

Der Optimismus der deutschen Investoren, der der allgemeinen guten Stimmung im Land zu Beginn des Jahres 2007 entspricht, führt zu wachsenden Investitionen bei 47% der befragten Unternehmen und einem Beschäftigungsaufbau bei 55%. Der DTIHK-Geschäftsführer mahnte in diesem Zusammenhang dringend eine Verbesserung bei der Qualifikation von Fachkräften an. Dass es bereits heute für viele Betriebe schwierig ist, genügend ausreichend qualifiziertes Fachpersonal zu finden, ist ebenfalls aus der Umfrage abzulesen: Hinsichtlich der Verfügbarkeit und Qualifikation von Arbeitnehmern wurde die Arbeitsmarktsituation schlechter beurteilt als im Vorjahr. Kritisch äußerte sich Bauer auch zu dem neuen Arbeitsgesetz, das am 1.1.07 in Kraft getreten ist. Er erinnerte dabei an eine Initiative der Auslandshandelskammern in Tschechien, die im Dialog mit der Regierung Reformvorschläge für ein modernes und unternehmerfreundliches Gesetz erarbeiten wollen.

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