Studie
Staatlich geförderte Gründungen oft wenig lukrativ

Der staatlich geförderte Weg von Arbeitslosen in die Selbstständigkeit zahlt sich einer Studie zufolge nicht für alle Existenzgründer gleichermaßen aus. Nur die Hälfte der Neu-Selbstständigen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit über 35 Stunden komme auf ein Einkommen, das über ihrem letzten Angestellten-Gehalt liege.

HB BERLIN. Zwar könnten sich drei von vier Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit nach einer Startphase von 16 bis 19 Monaten noch am Markt halten, hieß es in der am Montag veröffentlichten Studie des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit (BA). Dabei entwickele sich das Einkommen aber höchst unterschiedlich. Außerdem warnten die Forscher, nicht wenige Gründer beendeten das Experiment Selbstständigkeit mit Schulden.

Bei Gründern, die weniger als 35 Stunden arbeiteten, erreiche sogar nur ein knappes Drittel das Einkommensniveau, das sie hatten, bevor die arbeitslos wurden. Die Autoren warnten daher vor „der Gefahr der Selbstausbeutung (...) am Rande des Existenzminimums.“ Befragt wurden 3000 Personen, die von der BA ein Überbrückungsgeld oder einen Existenzgründerzuschuss erhielten.

Ein Viertel der Befragten hatte die Selbstständigkeit zum Befragungszeitpunkt wieder aufgegeben. Dafür gab es der Studie zufolge zwei wesentliche Gründe: „Einerseits das wirtschaftliche Scheitern des Vorhabens, andererseits den Wechsel auf eine aus Sicht der Selbstständigen attraktivere Stelle als abhängig Beschäftigter.“ Von allen Abbrechern war die Hälfte erneut arbeitslos gemeldet, während ein Drittel wieder einer abhängigen Beschäftigung nachging.

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Immerhin 37 Prozent der Abbrecher und damit neun Prozent aller Befragten beendeten ihre Selbstständigkeit mit Schulden. Davon hatte ein Drittel Verbindlichkeiten bis zu 2500 Euro, weitere 45 Prozent zwischen 2500 und 10 000 Euro, und 20 Prozent verschuldeten sich zwischen 10 000 und 50 000 Euro, drei Prozent sogar noch höher. Gründe für das Scheitern seien Auftragsmangel, Finanzierungsengpässe sowie unterschätzte Kosten für die soziale Absicherung. Dabei hätten sich vor allem „Ich AG“-Gründer verschätzt. Renten- und Krankenkassenbeiträge zehrten bereits einen erheblichen Teil der staatlichen Förderung auf.

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