Teppichboden-Hersteller Dura
Premiere für neues Insolvenzrecht

Der Teppichboden-Hersteller Dura wird zum Musterfall für das neue Insolvenzrecht. Der Mittelständler darf sich in Eigenverwaltung sanieren. Der Sachverwalter führt darüber lediglich die Aufsicht.
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FrankfurtEin Mittelständler aus Fulda wird zum Musterfall für das neue Insolvenzrecht: Der Teppichboden-Hersteller Dura darf sich in Eigenverwaltung über einen Insolvenzplan sanieren, wie der vom Amtsgericht eingesetzte Sachwalter Ottmar Hermann am Dienstag mitteilte. Erst seit 1. März haben Unternehmen das Recht, sich mit Zustimmung des Gerichts ohne einen Insolvenzverwalter aus der Pleite herauszuwinden. Der Sachwalter führt nur die Aufsicht und leitet das Unternehmen nicht selbst, das rund die Hälfte des Umsatzes mit Auto-Fußmatten und -Interieur macht.

Bisher hatten für die Eigenverwaltung hohe Hürden gegolten: „Daher hatte sie ein Stiefmütterchen-Dasein geführt“, sagte der Nürnberger Rechtsanwalt Stefan Oppermann, der Dura seit Ende des vergangenen Jahres als Sanierer begleiten soll, der Nachrichtenagentur Reuters. „Es gab nur eine Handvoll Fälle im Jahr. Jetzt habe ich gesagt: Fackelt nicht lange, die Chance auf eine Eigenverwaltung ist deutlich gestiegen.“ Bis zum Sommer soll der Insolvenzplan vorliegen, von den Kunden aus der Autoindustrie gebe es ermutigende Signale.

Der Gesetzgeber wollte mit der Reform des Insolvenzrechts die Hemmschwellen für die betroffenen Unternehmen senken, die oft zu spät zum Insolvenzrichter gehen, um noch gute Chancen auf eine Sanierung zu haben. Bei Dura ist das schon gelungen: Das hessische Unternehmen mit 650 Mitarbeitern wäre erst in einigen Wochen zahlungsunfähig gewesen, sagte Oppermann. Hermann, selbst erfahrener Insolvenzverwalter (Woolworth, Karmann), attestierte der Firma aus Fulda gute Aussichten. „Wir brauchen keinen großen Forderungsverzicht - nur Zeit“, sagte Sanierer Oppermann. Ziel sei, Dura in der gegenwärtigen Eigentümer-Struktur zu erhalten. Ein Tausch von Schulden in Eigenkapital (debt-to-equity swap), wie ihn das neue Insolvenzrecht ebenfalls ermöglicht, sei kein Thema.

Gescheitert sei das Unternehmen mit zuletzt 137 Millionen Euro Umsatz daran, dass Mitte Februar Lieferanten überraschend Kredite über vier Millionen Euro zurückgezogen hätten. Dabei hatten Banken und Wagniskapitalgeber die Kredite noch bis Ende März gestundet. Dura war durch die Rezession in seiner Expansion jäh gestoppt worden. Nach der Eröffnung von fünf neuen Werken in einem Jahr brach 2008 der Absatz ein, die Verluste häuften sich.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Hallo Herr Dr.Schäfer,
    Gratulation zur Premiere des neuen Insolvenzrechts.
    Sie überraschen einen immer wieder .
    Viele Grüße
    Marc Pelzer

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