Thermomix von Vorwerk
Neue Rekorde des „iPhones unter den Küchengeräten“

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Wenn der Saugroboter Beutel bestellt

Auch Marketing-Professor Kraus hält die Mehrkanal­Strategie für sehr zukunftsfähig. „Die Stärke von Vorwerk liegt in einer intelligenten Verzahnung der Vertriebswege“, sagt er.  Dadurch steige die Wahrnehmung des Unternehmens bei Kunden. Das sei gerade beim Erstkontakt wichtig.

Innovationen will Vorwerk künftig noch stärker als bisher forcieren. „Wir entwickeln im Unternehmen eine Art Start-up-Kultur“, sagt Strecker. Die trägt offenbar Früchte: 2016 meldete der Mittelständler 1987 Patente an, das waren 500 mehr als im Vorjahr.

Am Stammsitz Wuppertal baut das Familienunternehmen an der digitalen Zukunft – zunächst mit Bagger und Kran. Links und rechts der Wupper entsteht ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum. Auch die Motorenfertigung wird ausgebaut. Deshalb werden digitalaffine Mitarbeiter, vor allem Softwareentwickler und Experten für Akkutechnologie gesucht. Vorwerk hat mehr als 11.000 feste Mitarbeiter weltweit, daneben 637.000 freie Berater.  

Über 100 Millionen Euro investiert Vorwerk in die Neubauten bis 2018. Die Kasse der Wuppertaler ist mit 1,3 Milliarden Euro gut gefüllt. Die hohen Investitionen sind jedoch ein Grund, warum das operative Jahresergebnis 2016 moderat unter dem Vorjahr lag. Details zu Gewinnen nennt das Familienunternehmen traditionell nicht.

Das digitale Zeitalter hat bei Vorwerk längst begonnen: Der „Cook Key“ von Thermomix, der im Sommer auf den Markt kam, ist mit der digitalen Rezeptwelt vernetzt. Eine digitale Einkaufsliste lässt sich per Smartphone an Supermärkte wie Rewe oder Real schicken. Künftig wollen die Vorwerker nicht weniger als eine „digitale Landkarte der Wohnung“ erstellen. Schon heute lässt sich der Kobold Saugroboter per App steuern, denkbar sind Schnittstellen mit Luftfiltern im Haus. Der Saugroboter weiß künftig auch, wann die Beutel ausgehen und meldet das dem Handy. Der Kunde braucht dann nur noch auf den Bestellbutton zu drücken.

Und 2018 wollen die Vorwerker ein „völlig neues Produkt“ auf den Markt bringen. Ob der Erfolg an den Thermomix anknüpfen kann, bleibt abzuwarten. Vor zwei Jahren überraschte Vorwerk mit Bastelwerkzeugen im Akkukoffer. Der Twercs läuft zufriedenstellend an. Zahlen werden nicht genannt. Doch das Wuppertaler Familienunternehmen hat bei Produktneuheiten schon immer Durchhaltevermögen bewiesen. Beim Thermomix dauerte es schließlich mehr als 30 Jahre bis zum großen Durchbruch.

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