Tierpark Hagenbeck
Hagenbeck: Erfolgsgeschichte Zoo

Trotz stolzer Eintrittspreise kommen jährlich zwei Millionen Besucher in den Tierpark in Hamburg-Stellingen – mehr Menschen, als in Hamburgs sieben größte Museen zusammen. Als einziger Großzoo Europas kommt der Tierpark der Familie Hagenbeck ohne stetige öffentliche Zuschüsse aus – mit einem verblüffend einfachen Erfolgsrezept.

HAMBURG. Neugierig ist Rani schon auf die vielen Besucher, die heute gekommen sind. Aber auch ängstlich, deshalb drängt sie sich sicherheitshalber nah an das Bein ihrer Mutter. Genau drei Wochen und einen Tag ist Rani, das Elefantenbaby, alt an diesem Samstag im zweiten Jahr der Wirtschaftskrise. Von der hier, im Tierpark Hagenbeck in Hamburg-Stellingen, nichts zu spüren ist: Vor Ranis riesigem Gehege drängen sich rund 200 Menschen, von denen mehr als die Hälfte eine ähnliche Schulterhöhe wie sie selbst hat, nämlich plus minus 80 Zentimeter.

Preiswert ist so ein Zoobesuch bei Hagenbeck keineswegs – das Familienunternehmen besteht heute in sechster Generation –, weder für Große noch für Kleine: Eine Familie mit zwei Kindern zwischen vier und 16 bezahlt 69 Euro für Tierpark plus Tropen-Aquarium. Trotz solcher stolzen Eintrittspreise hat Hagenbeck pro Jahr zwei Millionen Besucher, weit mehr als die sieben größten Museen der Hansestadt zusammen.

Wichtig für die Besucherzahlen – und damit für den Umsatz – sind aber auch Aktionen wie die Dschungel- und Romantiknächte bei Mondschein und Musik, entweder peppige, afrikanische Musik oder Klassik. Rund zwölf Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet der Zoobetrieb mit seinen 400 Mitarbeitern. 38 Prozent aller Deutschen gehen mindestens einmal im Jahr in den Zoo, und Wirtschaftskrisen sind viel weniger schädlich fürs Geschäft als andere Katastrophen: die Maul- und Klauenseuche vor acht Jahren zum Beispiel oder die Kombination aus Vogelgrippe und schlechtem Wetter vor drei Jahren.

Seit 2007, dem Jahr des 100. Tierpark-Jubiläums und der Eröffnung des neuen Tropen-Aquariums, steigen die Besucherzahlen bei Hagenbeck. Das hängt vermutlich auch mit dem Rummel um die Geburt von Knut in Berlin Ende 2006 zusammen – dem weltweit einzigen Eisbären mit Video-Podcast und Wikipedia-Eintrag. „Die Stimmung ist seit einigen Jahren unglaublich gut für uns, Zoos haben ein hervorragendes Image und sind extrem beliebt“, urteilt Joachim Weinlig-Hagenbeck, 53, einer der beiden Geschäftsführer der Tierpark Hagenbeck GmbH.

Der andere ist der 42-jährige Biologe Stephan Hering-Hagenbeck. Die beiden sind nicht direkt miteinander verwandt. Ihre Verbindung besteht darin, das jeder von ihnen eine Urururenkelin von Carl Gottfried Clas Hagenbeck heiratete, dem legendären Begründer der Tierparkdynastie. Dessen Sohn, Carl Hagenbeck, eröffnete 1907 in Hamburg-Stellingen den ersten gitterlosen Zoo der Welt und betrieb zugleich die größte Tierhandlung der Erde. Sein Sohn Lorenz gründete 1916 den „Circus Carl Hagenbeck“. Tierhandlung und Zirkus gibt es längst nicht mehr, der Zoo blieb.

Sich Tiere anzusehen ist beliebter denn je, bestätigen BAT-Studien. Ulrich Reinhardt, Freizeitforscher bei der BAT Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg: „Abgesehen vom Musical bekommt kein Freizeitangebot in Deutschland so gute Bewertungen von den Leuten wie ein Zoobesuch. Und die Menschen finden die Tickets auch nicht zu teuer: 89 Prozent der Befragten sagen hinterher, dass das Geld gut investiert war.“

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