Tierpark
Hagenbeck - welche Geschäftsideen hinter dem Kultzoo stecken

Die Krise hat Hagenbeck nichts ausgemacht. Dafür ist schlechtes Wetter eine stete Gefahr für die Bilanz. Wie sich der Tierpark dagegen wappnet und was Hagenbeck einzigartig macht – ein tierischer Ortstermin.
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HamburgDiesem Lächeln kann man sich nicht entziehen: Die Elefantenkuh Salvana legt ihr Süßestes auf – für eine Möhre, einen Kohlrabi oder sonstiges Gemüse, das die Gäste des Tierparks Hagenbeck vor einer Minute gekauft haben, um die Elefanten zu füttern.

Es ist eines der größten Highlights des Zoos, der die Besucher da gleich zu Beginn erwartet: Die zwei Elefantengehege kommen ohne Gitter aus. Nur eine kleine Schnur zwingt die Dickhäuter, grazil die Vorderbeine zu heben und darüber zu steigen. Dann einmal kräftig vorbeugen, den Rüssel ausfahren und schon reicht es, um den Graben zu überwinden und an die Möhre zu kommen, die die kleine Lara ihm hinhält.

Hinter Salvana stehen zwei Elefantenkühe, die derzeit besonders gepflegt werden – denn sie sind schwanger. Knapp ein Jahr wird es dauern, bis sie hoffentlich gebären. Für den Tierpark sind solche „kleinen Wunder“ ein Fest. Genau wie vor kurzem die Geburt von zwei kleinen Bisons. Oder die Bären.

300 Mitarbeiter kümmern sich um die rund 1850 Tiere. 14 Millionen Umsatz machte der Tierpark im vergangenen Jahr. Die Familie leitet den Zoo inzwischen in der sechsten Generation. Joachim Weinlig-Hagenbeck und Stephan Hering-Hagenbeck sind die Geschäftsführer der Tierpark Hagenbeck GmbH. Verwandt sind sie nicht. Beide heirateten eine Urururenkelin vom legendären Zoo-Gründer Carl Gottfried Clas Hagenbeck.

Die Wirtschaftskrise hat der Tierpark gut überstanden – dafür aber auch vom Aufschwung nicht profitiert. Die konjunkturelle Entwicklung hat auf die Besucherzahlen praktisch keinen Einfluss. "Wenn die Deutschen ihr Geld

in wirtschaftlichen Zeiten zusammenhalten und sich kein großes Ausgabeverhalten leisten, bleibt der Zoo das ,kleine Stück vom Glück'. Zwar kann der Besuch die Urlaubsreise oder die Wochenendfahrt nicht ersetzen, wohl aber auch Erlebnisse und Erholung auf hohem Niveau bieten", sagt Ulrich Reinhardt, Freizeitforscher bei der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg.

Umso wichtiger ist für den geschäftlichen Erfolg eines Tierparks wie Hagenbeck das Wetter. Das war im vergangenen Jahr äußerst schlecht – was Folgen hatte: „Wir haben 2010 einen Umsatzeinbruch von knapp 15 Prozent für den Tierpark und das Tropen-Aquarium verzeichnet. Die wirtschaftliche Situation wurde durch erhöhte Kosten für Heizung und warmes Wasser weiter verschärft“, sagt Joachim Weinlig-Hagenbeck. Immerhin sieht es 2011 in dieser Hinsicht wieder deutlich besser aus: „Wir hatten bisher wunderbares Wetter und glücklicherweise auch gute Besucherzahlen“, sagt der Geschäftsführer.

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