Trinkwasser
Nano-Poren sperren Viren und Hormone aus

Das deutsche Trinkwasser hat einen untadeligen Ruf und gilt als eins der saubersten der Welt. Doch immer häufiger tauchen unerwünschte Fremdstoffe im Trinkwasser auf. Per Membrantechnik wollen Spezialanbieter nun Krankheitserreger und giftige Partikel herausfiltern

BERLIN. Im Mai diesen Jahres traf es den Hochsauerlandkreis. Wissenschaftler fanden bei einer Messung perfluorierte Tenside (PFT) im Trinkwasser, die möglicherweise von einem landwirtschaftlichen Betrieb ausgesickert waren. Diese Stoffe stuft das Umweltbundesamt als Xenobiotica ein, so nennen Forscher Stoffe, die nicht in der Natur vorkommen.

In der Trinkwasserverordnung und in der Wasserrahmenrichtlinie sind die PFT bislang nicht geregelt. Das heißt, es gibt keine Grenzwerte wie beispielsweise für Nitrat oder Arsen. Wie gefährlich die Substanzen sind, ist ebenfalls noch nicht abschließend geklärt.

Vorsichtshalber empfahl die Trinkwasserkommission im Bundesgesundheitsministerium, Schwangeren und jungen Müttern im Hochsauerlandkreis, PFT-belastetes Wasser nicht zu trinken. Außerdem schlug die Kommission eine Reihenuntersuchung von Menschen vor, die dem Wasser besonders ausgesetzt sind.

Der Schock im Sauerland war groß, denn das deutsche Trinkwasser hat einen untadeligen Ruf und gilt als eins der saubersten der Welt. Die gesetzlichen Anforderungen lassen an Eindeutigkeit schließlich auch nichts zu wünschen übrig: Trinkwasser darf keinen Anlass zu gesundheitlicher Besorgnis bieten. Es muss alle Haushalte in einwandfreier Qualität erreichen, absolut farb-, geschmack- und geruchlos sein, außerdem klar und kühl.

Oberflächlich betrachtet ist das auch so. Doch immer feinere Analysemethoden entdecken neuerdings häufiger Inhaltsstoffe, die nicht ins Trinkwasser gehören: Etwa Hormone und polyfluorierte Verbindungen. Eine neue Technik zur Wasseraufbereitung soll nun Abhilfe schaffen. Dabei filtern Membranfilter noch Partikel in der Größe von einem Milliardstel Millimeter und kleiner aus dem Wasser. Selbst Partikel, die nicht wesentlich größer sind als ein Atom lassen sich noch aus dem Wasser holen. Die Membrantechnik gilt als Garant für sauberes Wasser auch in der Zukunft.

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