Umfrage-Ergebnisse
Erfolgreicher Export fängt zu Hause an

Die globalen Verflechtungen der deutschen Wirtschaft schaffen auch hierzulande Wachstum und Arbeitsplätze und widersprechen somit einem weit verbreitetem Vorurteil. Unternehmen steigern durch ihr Auslandsengagement auch in Deutschland Umsatz und Gewinn; sie erhöhen zudem ihren inländischen Personalbestand.

BERLIN. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zum Auslandsengagement der deutschen Wirtschaft. Die Industrie- und Handelskammern hatten im Sommer in einer für das internationale Geschäft repräsentativen Auswahl rund 1 500 im Ausland aktive Unternehmen befragt. Dabei wurde deutlich, dass vor allem erfolgreiche mittelständische Unternehmen durch ihr Auslandsgeschäft wichtige Impulse für die deutsche Volkswirtschaft setzen: 41 % der auslandsaktiven Firmen haben im Inland Beschäftigung aufgebaut, 25 % hingegen abgebaut.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass überdurchschnittlich viele international tätige größere mittelständische Unternehmen und Großunternehmen in den letzten fünf Jahren auch im Inland ihren Personalbestand erhöht haben. Dabei kommen die Impulse immer weniger vom produzierenden als vielmehr vom Dienstleistungsgewerbe, für das die Globalisierung rasch an Bedeutung gewinnt. Überproportional viele Dienstleistungsunternehmen erhöhen ihren Personalbestand durch Auslandsaktivitäten auch im Inland. Der Positivsaldo fällt mit 26 Prozentpunkten deutlich besser aus als im Durchschnitt der auslandsaktiven Unternehmen (16 Prozentpunkte). Erheblich verhaltener stellt sich das inländische Beschäftigungsverhalten hingegen beim produzierenden Gewerbe dar. Hier fällt der Positivsaldo von 11 Prozentpunkten schlechter aus als im Durchschnitt. Produktionsverlagerung ins Ausland kann somit auch die Gefahr einer Arbeitsplatzverlagerung zulasten der inländischen Beschäftigung bedeuten.

Die richtige Mischung beim Geschäftsengagement macht den Erfolg auch im Zeitalter der Globalisierung aus: Je mehr Zielmärkte von den Unternehmen im Ausland mit gutem Ertrag bearbeitet werden, desto positiver fällt auch die volkswirtschaftliche Bilanz dieser Firmen im Inland, insbesondere beim Einstellungsverhalten aus. Am häufigsten melden die Unternehmen in Deutschland einen Beschäftigungszuwachs, die in den letzten fünf Jahren neben anderen auch Märkte in Nordamerika bearbeiten (24 Prozentpunkte Positivsaldo beim Personalbestand gegenüber einem Durchschnittssaldo von 16 Prozentpunkten).

Der Exporthandel dominiert nach wie vor das Auslandsengagement deutscher Unternehmen. Die zweitwichtigste Aktivitätsform ist bereits das Sourcing für die Weiterverarbeitung von Produkten in Deutschland. Dabei gilt die Regel: Je diversifizierter aufgestellt die Unternehmen auch im Ausland vorgehen, desto schlagkräftiger sind sie am Ende. Außenwirtschaftlich aktive Unternehmen, die auch im Ausland Investitionen tätigen, sind an ihren inländischen Standorten erfolgreicher als Unternehmen, deren Geschäftsstrategie ausschließlich auf dem Außenhandel beruht. Wenn Unternehmen auf ausländischen Märkten erfolgreich sind, beruht dies häufig auf einer Mischung verschiedener Tätigkeitsformen, die einfache Handelsgeschäfte genauso beinhalten wie Kapitalinvestitionen im Ausland.

Die Umfrageergebnisse zeigen zudem, dass überdurchschnittlich häufig Auslandsvorhaben mit Kooperationspartnern und Joint Ventures scheitern. Jedes fünfte Geschäft in diesem Bereich ist nicht von Erfolg gekrönt.

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