Umfrage
Zahlungsmoral verbessert sich

Die Zahlungsmoral in Deutschland hat sich nach Einschätzung von Inkasso-Unternehmen in den vergangenen Monaten deutlich verbessert. In einer Umfrage wurde vor allem die gute Konjunktur als Grund angeführt.Die Zahlungsmoral der öffentlichen Hand ist allerdings wenig erfreulich.

HB BERLIN. Zu diesem Schluss kommt der Branchenverband deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) in einer Umfrage unter 521 Mitgliedsunternehmen. So meldeten den Angaben zufolge 84 Prozent der befragten Firmen, dass Rechnungen derzeit genauso gut oder besser als noch im Frühjahr bezahlt würden. Der auch von Statistikern seit langer Zeit beobachtete Trend von immer weniger Firmenpleiten und einer starken Zunahme privater Insolvenzen halte an.

Bis Ende des laufenden Jahres erwartet der BDIU rund 106 000 Verfahren von Privatpersonen und damit fast 14 Prozent mehr als 2006 (93 243). Dagegen werde die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in diesem Jahr auf voraussichtlich nur noch 28 000 sinken, nach 30 357 im vergangenen Jahr, teilte der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen weiter mit.

Nur noch 40 Prozent der befragten Mitglieder meldeten, dass Unternehmen Rechnungen wegen einer aktuell schlechten Auftragslage nicht bezahlten. Vor zwei Jahren seien es noch 75 Prozent gewesen. Überdurchschnittlich stark gingen die Insolvenzen in der Baubranche zurück, hier wurde ein Minus von 20 Prozent verzeichnet. Allerdings kritisierten 37 Prozent der Inkassofirmen, dass jüngere Schuldner schlechter zahlten als Ältere. Der BDIU forderte daher mehr Aufklärung und Schuldenprävention in der Schule.

Auch die Zahlungsmoral der öffentlichen Hand ist vielen Inkasso-Unternehmen ein Dorn im Auge. So gaben in der Umfrage 88 Prozent an, dass sich das Zahlungsverhalten in diesem Herbst nicht verändert habe. Die Gesamtsumme an offenen und niedergeschlagenen Forderungen bei Städten und Gemeinden beläuft sich nach Einschätzung des BDIU auf mindestens zwölf Mrd. Euro.

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