Ungewöhnliches Führungsmodell
Doppelspitze mit Tücken

Safilo, weltgrößter Hersteller von Luxusbrillen, setzt auf ein ungewöhnliches Führungsmodell: Ein Familienmitglied und ein externer Manager gleichberechtigt an der Spitze. Gründerenkel Massimiliano Tabacchi verrät, was eine Doppelspitze erfolgreich macht.

PADUA. Sänger Elton John trägt sie, auch bei Popdiva Madonna und dem U2-Frontman Bono sitzen sie auf der Nase: Die Brillen und Sonnenbrillen von Safilo sind weltbekannt. Mit einem Umsatz von 1,2 Mrd. Euro ist das italienische Familienunternehmen nach dem italienischen Konkurrenten Luxottica zweitgrößter Brillenhersteller weltweit und Nummer eins bei Luxusbrillen ab 200 Dollar. Giorgio Armani, Dior und Hugo Boss gehören zu den Designern, die ihre Brillen in Lizenz von dem Unternehmen aus dem norditalienischen Padua herstellen lassen.

Die exklusive Kundschaft ist nicht das Einzige, was Safilo aus der Masse der italienischen Familienfirmen heraushebt. Die Firma hat sich für ein ungewöhnliches Führungsmodell entschieden: Sie wird kooperativ von zwei Vorstandsvorsitzenden geführt – einem aus der Familie und einem externen Manager. Seit August 2006 teilt sich Massimiliano Tabacchi, der 37-jährige Enkel des Gründers, den Posten des Vorstandsvorsitzenden mit Claudio Gottardi.

Ziel dieser Kombination ist es, ein Unternehmen dieser Größe professionell zu steuern und zugleich den Charakter des Familienunternehmens zu erhalten. Zwar ist der 1934 gegründete Brillenhersteller an der Börse notiert, doch die Fäden laufen bei den Tabacchis zusammen, die noch immer den dominierenden Anteil an der Gruppe halten: „Safilos Identität ist die eines Familienunternehmens. Die Familie ist stark mit dem Unternehmen verbunden, so wie das Unternehmen an die Familie gebunden ist“, sagt Tabacchi.

Gemeinsam mit Gottardi steuert er das Unternehmen, das mehr als 8000 Mitarbeiter und Niederlassungen in mehr als 30 Ländern hat. Den Präsidenten des Unternehmens stellt Massimilianos Vater, Vittorio Tabacchi, der aber einen Familienfremden als Stellvertreter hat. „Das ist ein sehr seltenes Führungsmodell“, sagt Guido Corbetta, Experte für Familienunternehmen an der Mailänder Bocconi-Universität über das Modell mit zwei Vorstandschefs, einem externen und einem internen. „Es kommt öfter vor, dass etwa der Präsident aus der Familie kommt und der Vorstandsvorsitzende ein Externer ist oder dass sich zwei Geschwister den Vorstandsposten teilen“, erläutert er.

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