Vanilleeis und Kindergarten
Wie Firmen sich für Fachkräfte attraktiv machen

Fitnesshalle, Betriebskindergarten, Problem-Hoteline - deutsche Firmen wollen, dass ihre Angestellten sich wohlfühlen, und gleichzeitig neue Fachkräfte locken. Denn diese werden immer knapper.
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KölnZuletzt servierten die Mitarbeiter gefüllte Paprika und zum Nachtisch Vanilleeis. Fünfmal pro Jahr kocht beim Berliner Laborgerätehersteller Knauer ein Teil der Belegschaft für den gesamten Betrieb. Eine Stärkung für zwischendurch liefert der Obstgarten hinter dem Firmengebäude. Und auch für die Fitness der 107 Beschäftigten schafft der Arbeitgeber Raum – sie dürfen in der firmeneigenen Veranstaltungshalle trainieren.

Ganz uneigennützig sind die Angebote bei Knauer nicht. Das Kalkül: Wenn sich die Angestellten wohlfühlen, bleiben sie dem Unternehmen treu. Und das gute Image lockt neue Bewerber an. „Eine wachsende Zahl von Mittelständlern erkennt, wie wichtig es ist, die eigenen Fachkräfte zu halten“, sagt Peter Englisch, Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Denn qualifizierte Mitarbeiter werden zunehmend knapp.

Der leergefegte Arbeitsmarkt könnte zur Wachstumsbremse werden. Laut einer Umfrage von Ernst & Young aus dem vergangenen Dezember haben drei von vier Mittelständlern Schwierigkeiten, neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. „Es gibt viele Möglichkeiten, wie Unternehmen ihre Attraktivität steigern könnten“, sagt Englisch. Die Bandbreite reiche von verstärkter innerbetrieblicher Weiterbildung über das Etablieren interessanter Hochschulkooperationen bis zur Einrichtung eines Betriebskindergartens.

Auch um das Seelenheil der Beschäftigten kümmern sich Unternehmen verstärkt. Der IT-Dienstleister Computacenter in Kerpen hat eine Hotline eingerichtet, die bei Schwierigkeiten im Job und Privatleben hilft. Partner ist dabei der Beratungsspezialist PME Familienservice. „Das Angebot wird rund 70-mal pro Jahr genutzt“, sagt Brigitte Kaluscha-Voigt, Personalmanagerin bei Computacenter. Die Ratgeber geben Tipps bei finanziellen Problemen und Unterstützung bei Krankheit. „Die meisten Mitarbeiter schildern private Probleme“, sagt Kaluscha-Voigt.

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  • Alles Wunschträume! Die meisten Firmen sehen in Mitarbeitern nur minderwertiges Vergrauchsmaterial. Eine typisch deutsche Sichtweise.

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