"Verkappte Steuererhöhung"
Freiberufler und Mittelstand: Gewerbesteuerreform falsches Signal

Die von der Bundesregierung geplante Einbeziehung von Freiberuflern in die Gewerbesteuer stößt beim Bundesverband der Freien Berufe (BFB) auf heftigen Protest.

HB/dpa BERLIN. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) strafe sich selber Lügen, erklärte BFB- Hauptgeschäftsführer Arno Metzler am Dienstag in Berlin. Noch vor gut einem Jahr habe er zugesichert, dass „dieses Steuerrelikt“ nicht auf Ärzte, Anwälte und Architekten ausgedehnt werde. Der BFB vertritt nach eigenen Angaben rund 783 000 Freiberufler.

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) bezeichnete die Pläne der Koalition als „falsches Signal“. Die Ausweitung der Gewerbesteuerpflicht auf Freiberufler sei „nichts anderes als eine verkappte Steuererhöhung“, sagte BVMW-Präsident Mario Ohoven. Dies werde sich negativ auf die Stimmung und damit die Investitionsneigung der Wirtschaft insgesamt auswirken.

Die Behauptung von Koalitionspolitikern, wonach die Gewerbe- grundsätzlich mit der Einkommensteuer verrechnet werden kann, sei falsch, sagte Metzler. Vielmehr gelte dies derzeit nur in Kommunen mit einem Hebesatz bis zu 35 Prozent. 80 Prozent der Freiberufler arbeiteten jedoch in Städten und Gemeinden mit höheren Hebesätzen.

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