Verpackungsbranche
Edle Hüllen aus Dresden

Eine US-Kultschokolade kleidet sich in Verpackung made in Dresden. Dem Familienbetrieb Theegarten-Pactec bescheren die unscheinbaren Folien Millionenumsätze. In Deutschland hat die Verpackungsindustrie Tradition.
  • 0

DüsseldorfSie sind klein, süß und verführerisch. Kindern und Erwachsenen fällt es gleichermaßen schwer, die Finger von den „Kisses“ zu lassen, jenen tropfenförmigen Schokoladenbonbons, die in den USA längst Kultstatus erreicht haben. Seit über 100 Jahren produziert der US-Schokogigant Hershey die süßen Küsse, in Glanzfolie verpackt und mit einem schmucken Bändchen am Zipfel verziert.

Rund 80 Millionen Stück verlassen Tag für Tag die Hershey-Fabriken in den USA, um anschließend irgendwo auf der Welt in erwartungsfrohen Mündern zu verschwinden. Damit dürften die „Kisses“ das wohl am häufigsten verkaufte Schokoladenprodukt weltweit sein. In Westeuropa und damit auch in Deutschland sind sie allerdings nur mit Mühe zu bekommen: Hershey hat keinen eigenen Vertrieb auf dem alten Kontinent.

Und doch gibt es eine enge Verbindung zwischen Deutschland und den amerikanischen „Kisses“. Die Dresdner Maschinenbaufirma Theegarten-Pactec liefert die Maschinen, mit denen die Schokotropfen ihre aufwendige Verpackung erhalten. „Für uns ist es einer der größten Aufträge in der 75-jährigen Firmengeschichte“, sagt Geschäftsführer Markus Rustler. Genaue Zahlen mag er zwar nicht nennen, sie liegen aber im zweistelligen Millionenbereich.

Hershey baut derzeit ein neues Werk für die „Kisses“ an seinem Stammsitz in Pennsylvania. Theegarten-Pactec ist der alleinige Lieferant für die Verpackungsmaschinen. Die ersten Maschinen sowie die gesamte Automatisierungstechnik sind schon geliefert, der Rest folgt Anfang des neuen Jahres.

Die kleinen Schokodrops blitzschnell einzupacken, ist eine technisch anspruchsvolle Aufgabe. „Das Know-how, das sie dafür brauchen, ist hoch“, sagt Rustler. Da kommt es auf die richtige Temperatur an, die Hygiene, nichts darf beschädigt werden. Knapp 1000 „Kisses“ schafft so eine moderne Theegarten-Maschine pro Minute.

Das Familienunternehmen aus Dresden mit seinen 320 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 55 Millionen Euro hat sich auf solche Herausforderungen spezialisiert. Rund 90 Prozent seiner Maschinen werden für Süßwaren entwickelt. Verpackt werden aber auch Suppenwürfel oder Wasch- und Spülmaschinentabs.

Kommentare zu " Verpackungsbranche: Edle Hüllen aus Dresden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%