Premium Verstöße gegen Publizitätspflicht Das teure Schweigen des Mittelstands

Seit 2008 haben Unternehmen mehr als eine halbe Milliarde Euro Strafe gezahlt, weil sie ihrer Publizitätspflicht nicht nachgekommen sind. Viele fürchten Wettbewerbsnachteile. Wer sich besonders hartnäckig widersetzt.
Ein Veröffentlichungstermin für die Geschäftsberichte ist noch nicht absehbar. Quelle: dpa
Unister-Chef Thomas Wagner

Ein Veröffentlichungstermin für die Geschäftsberichte ist noch nicht absehbar.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Bundesanzeiger ist so etwas wie das Who‘s who der nicht börsennotierten deutschen Unternehmen. Seit 2008 müssen sie alle ihre Ergebnisse dort spätestens ein Jahr nach Ende des Geschäftsjahres veröffentlichen, je nach Unternehmensgröße mehr oder weniger detailliert.

Doch die Veröffentlichungspflicht ist für etliche der 1,1 Millionen betroffenen Unternehmen auch eine lästige Angelegenheit. 190.000 von ihnen drohte nach Informationen des Handelsblatts das zuständige Bundesamt für Justiz 2015 ein Ordnungsgeldverfahren an, weil sie die Daten nicht rechtzeitig im Bundesanzeiger veröffentlicht hatten. Das ist der höchste Wert seit dem Startjahr 2008, in dem es den Informationen zufolge rund 475.000 waren.

 
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