Wachstumschancen
„Anteil der Flottenfahrzeuge steigt“

„Kunden bevorzugen heimische Hersteller.“ Anthony Bandmann, Vertriebschef der Mercedes-Benz-Bank, bescheinigt der Branche gute Wachstumsaussichten. Im Handelsblatt-Interview spricht er über Öko-Welle, Navigationssysteme und die Qualitäten eines guten Flottenfinanzierers.

Handelsblatt: Herr Bandmann, auf Deutschlands Straßen fahren rund vier Mill. Firmenwagen. Wie viele davon sind Teil einer professionell geführten Fahrzeugflotte?

Anthony Bandmann: Im Jahr 2007 wurden rund 3,1 Mill. neue Personenwagen zugelassen. Darunter waren 684 000 Flottenfahrzeuge, die professionell gemanagt werden. Mehr als jeder fünfte neu zugelassene Pkw in Deutschland ist heute ein Flottenfahrzeug. Dieser Anteil wird in den kommenden Jahren noch steigen. Die Zuwachsrate bei Flottenzulassungen lag im vergangenen Jahr bei 2,8 Prozent, während die Gesamtzulassungen um neun Prozent zurückgingen.

Alternative Antriebe und Treibstoffe haben ihren Exoten-Status längst abgelegt. Viele Unternehmen denken deshalb darüber nach, Hybridwagen oder Erdgasautos anzuschaffen. Für wen ist solche Technik geeignet?

Bei alternativen Kraftstoffen kommt es auf die Verfügbarkeit der Zapfanlagen an. Deshalb eignen sie sich bis jetzt nur für Flotten mit einem geringen Radius. Energieversorger zum Beispiel setzen aufgrund eigener Tankstellen Erdgasfahrzeug-Flotten für das Marketing lokal ein. Bei Fahrzeugflotten, die auf Langstrecken unterwegs sind, ist der Kunde mit sparsamen Benzinern oder Diesel jedoch besser bedient. Und Hybridfahrzeuge haben ihre beste Bilanz im Stadtverkehr.

Im Zuge der Öko-Welle und des steigenden Kraftstoffpreises sind auch Fahrtrainings zum Spritsparen bei Unternehmen beliebt. Werden solche Lehrgänge in großem Stil genutzt?

Bei Fuhrparkmanagern werden Fahrtrainings zum Spritsparen zunehmend beliebt. Durch ökonomisches Fahren sind Spriteinsparungen von 15 bis 20 Prozent möglich. Auf solche Kosteneinsparungen wird kein Unternehmen auf Dauer verzichten wollen.

Navigationssysteme haben sich als Standard in vielen Fahrzeugen etabliert. Lassen sich die Geräte auch für die Flottenkoordination einsetzen?

Nein, dazu eignen sich diese Geräte nicht. Ein Navigationsgerät zeigt mir den kürzesten Weg von A nach B auf. Für die Flottenkoordination gibt es spezielle Software, mit der sich diese Aufgabe besser lösen lässt.

Wie erklären Sie sich die kuriose Struktur des Marktes für Autofinanzierer? Einerseits dominieren deutsche Hersteller die Flotten. Andererseits tummeln sich ausländische Finanziers auf dem Markt, die deutsche Fabrikate anbieten.

Große Finanzdienstleistungsunternehmen arbeiten heute international. Andererseits bevorzugen private und gewerbliche Kunden die Fahrzeuge der nationalen Hersteller. Aus diesem Grund dominieren in Deutschland bei den Fuhrparks die deutschen Marken. In Frankreich oder Italien sieht das wieder anders aus.

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