Diversity 4.0
Fit für die Fremde und Vielfalt?

Vielfalt managen: Das ist nicht nur ein Erfolgshebel beim Erobern ausländischer Märkte. Aus einer Art Unternehmenskosmetik und einem schickem Buzzword ist eine echte Management-Aufgabe mit Chancen und Risiken geworden.

DüsseldorfOb groß oder klein, national oder international tätig: alle Unternehmen leiden zunehmend unter dem Phänomen der Komplexität. Globalisierung und Digitalisierung fordern die Wandlungsfähigkeit von Organisationen heraus. Eine riesige Aufgabe, die sich nur mit einem guten Diversity-Management bewältigen lässt. Das glaubt Autor (Diversity 4.0 Zukunftsfähig durch intelligent genutzte Vielfalt), Dozent und Forscher Peter Kinne, der für unsere Serie zu globalen Wachstumsmärkten einen Gastbeitrag geschrieben hat. Wird Diversity, verstanden als Vielfalt von Menschen aus anderen Nationen und Kulturen, glaubhaft und unternehmensweit gelebt, steigert das nicht nur die Produktivität, sondern verbessert auch die Zukunftsfähigkeit von Organisationen.

Diversity-Maßnahmen für Unternehmen: Was bis gestern noch als Ausdruck verantwortlichen Managements gelten konnte, ist unter den heutigen Bedingungen zu einer strategisch-operativen Notwendigkeit geworden. Im Angesicht der Globalisierung und weltweiter Verwerfungen, die Millionen von Menschen in Bewegung setzen, ist soziokulturelle Offenheit kein schickes Nice-to-have mehr. Aus einer Art Unternehmenskosmetik, die mitunter eher PR-Abteilungen als Führungskräfte beschäftigt hat, ist eine echte Management-Aufgabe mit Chancen und Risiken geworden – und ich will Ihnen erklären, warum.

Unternehmen, die die Zeichen der Zeit erkennen und beherzt handeln, werden in ein paar Jahren nicht nur in Fragen des Recruitings und des Employer Brandings die Nase vorn haben. Genauso werden sie im In- und Ausland von der Vielfalt der Menschen profitieren, die ihre verschiedenen Stärken auf gemeinsame Ziele fokussieren. Keine Frage: damit stehen Europa und seine Unternehmen vor einer historischen Aufgabe.

Das Management aber schweigt dazu in der Öffentlichkeit. Stattdessen werden Prognosen aus der Hüfte geschossen – von Journalisten, Politikern, Theologen, Philosophen und Volkswirtschaftlern, die auf der Basis von Moralvorstellungen oder Modellrechnungen zu widersprüchlichen Voraussagen und Forderungen gelangen. Aktive Manager hingegen kommen viel zu selten zu Wort, obwohl ihnen eine zentrale Rolle in der Gestaltung unternehmerischer Zukunft zukommt.

Viele Herausforderungen, denen Inlandsunternehmen sich heute stellen müssen, haben andere schon angenommen: Unternehmer, die sich im Laufe der letzten Jahre im Ausland engagiert haben. Unter teils schwierigen Bedingungen mussten sie lernen, was es heißt, als Fremde in eine neue Kultur vorzustoßen. Denn auch als Erzeuger von Arbeitsplätzen im Zielland sind längst nicht alle deutschen Unternehmen überall willkommen.

Abgrenzung von Andersartigem ist eine evolutionäre Errungenschaft und erleichtert die Orientierung in einer zunehmend komplexen Welt. Das bekommen auch Unternehmen zu spüren, die in neuen Ländern gute Geschäfte suchen und auf schnellere Erfolge hoffen, als die Umstände es zulassen wollen.

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