Internations.org-Umfrage
Warum Taiwan beliebt bei Auslandsmitarbeitern ist

Wo lebt und arbeitet es sich am besten fern der Heimat? 14.000 Mitarbeiter, die sich dauerhaft im Ausland aufhalten, haben ihr Gastland beurteilt. Die exklusive Umfrage kommt zu einem überraschenden Ergebnis.

MünchenTaiwan, Malta und Ecuador sind die beliebtesten Länder für ein Leben im Ausland. Das hat eine Studie ergeben, die die Online-Plattform Internations.org unter ihren Mitgliedern durchgeführt hat. Rund 14.000 Teilnehmer, die außerhalb ihres Heimatlandes leben und vielfach auch arbeiten, haben sich an der Umfrage beteiligt.

Demzufolge landet Deutschland nur auf Platz 17 im Gesamtranking von 67 Ländern. Schlusslichter sind Nigeria, Griechenland und Kuwait. Bewertet wurden fünf Faktoren wie die Lebensqualität im Gastland, die finanzielle Situation der Befragten vor Ort sowie das Arbeitsleben, das Familienleben und wie gut es sich im jeweiligen Land eingewöhnen lässt.

Speziell die Willkommenskultur für Arbeitnehmer mit ausländischem Pass lässt in Deutschland offenbar so stark zu wünschen übrig, dass die Bundesrepublik inzwischen in diesem Unterpunkt auf Platz 57 abgerutscht ist. Dieses negative Ergebnis können das dagegen als sehr gut bewertete Jobangebot und die hohe Jobsicherheit in Deutschland aber insofern ausgleichen, dass es in der Kategorie „Arbeitsleben“ immerhin für Platz 3 der attraktivsten Länder für ausländische Berufstätige reicht.

Vor der Bundesrepublik rangieren in dieser Disziplin noch Taiwan und Luxemburg auf dem Treppchen. Sieger Luxemburg, bei dem besonders viele Internations-Mitglieder aus dem Finanzsektor und den EU-Institutionen stammen, bekommt vor allem gute Noten in Sachen „Job-Zufriedenheit“ und „Karriere-Chancen“.

Taiwan dagegen hat es das erste Mal überhaupt ins Länder-Ranking geschafft und quasi aus dem Stand den Gesamtsieg erobert. Auch, weil es in der Unterkategorie „Arbeiten im Ausland“ so gut abgeschnitten hat und den zweiten Platz belegen konnte. „Im Inselstaat stimmt aus Sicht der Auslandsmitarbeiter offenbar das Verhältnis zwischen Jobsicherheit, freundlichem Empfang durch die Einheimischen und sonstigen wichtigen Rahmenbedingungen damit sich Arbeitnehmer und ihre Familie wohlfühlen“, sagt Malte Zeeck, Chef von Internations.

85 Prozent der dort lebenden Expats sind mit ihrer finanziellen Lage zufrieden, im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt von 64 Prozent. Mit 94 beziehungsweise 95 Prozent der Teilnehmer lobt ein noch höherer Prozentsatz der Expats in Taiwan die Qualität und erschwinglichen Kosten der medizinischen Versorgung.

Zu den größten Verlierern im Gesamtranking der bei Ausländern beliebtesten Länder zählt Brasilien. Vor allem die Sorgen um die persönliche Sicherheit, das löchrige Gesundheitssystem und die marode Wirtschaftslage, die auch die Beschäftigung der Expats bedroht, sorgen für einen Abstieg auf Platz 64 in diesem Jahr.

„Sorgenkind sind aber auch die Vereinigten Arabischen Emirate“, sagt Malte Zeeck. Die Scheichtümer am Persischen Golf (VAE) haben stark verloren in allen fünf Kategorien und besonders große Punktverluste im Bereich „Arbeitsleben“ eingefahren. „Offenbar lässt aufgrund des gefallenen Ölpreises und einiger Entlassungen im Öffentlichen Sektor“ auch das Vertrauen in die Stabilität der VAE-Wirtschaft nach.“ Dazu komme, dass die persönliche Finanzsituation für Expats in Dubai, Katar und Abu Dhabi auch nicht mehr so komfortabel sei wie sie früher einmal war.

Das Füllhorn wird generell nicht mehr über ins Ausland entsendete Mitarbeiter ausgeschüttet, wissen Experten. Gab es früher zum Beispiel für Auslandsmitarbeiter in China reichlich Personal, vom Chauffeur über die Nanny für die Kinder bis zum Koch, um den Einsatz fern der Heimat zu versüßen, seien persönliche Fahrer heute eher aus Sicherheitsgründen in Ländern wie Mexiko oder Nigeria üblich, wo die Entführungsgefahr hoch ist. Hier geht´s zum Ranking.

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