Schwache Währungen im Ausland
Banger Blick auf Wechselkurse

Exporteure leiden in vielen Schwellenländern unter Währungsabwertung. Dann müssen sie ihre Preise erhöhen oder auf einen Teil ihres Gewinns verzichten. Die Absicherung über Finanzprodukte wird zunehmend komplexer.
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BangkokWechselkurse begleiten Kai Bentz Tag für Tag: Alle paar Stunden wischt der Finanzvorstand des Maschinenbauers LPKF mit Sitz in Garbsen bei Hannover über sein Smartphone. Eine Finanz-App zeigt ihm, wo der Euro gerade steht. Nicht nur der Vergleich zu Dollar und Yen ist für Bentz interessant: Vom chinesischen Yuan bis zum brasilianischen Real stehen auch Währungen der Schwellenländer im Fokus des Finanzfachmanns. Denn deren Entwicklungen haben großen Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens.

Über 90 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet der TecDax-Konzern im Ausland. Ein großer Teil der Exporte verlässt den Euro-Raum: Weltweit vertreiben Distributoren Laser-Technik der Niedersachsen rund um den Globus - von Brasilien und Venezuela über Indien und Südafrika bis China, Thailand und Malaysia. „Wenn es relevante Kursbewegungen gibt, reagieren wir innerhalb weniger Stunden“, sagt Bentz.

LPKF rechnet zwar meist in Euro ab. Die Nachfrage wird aber entscheidend von den Kursen beeinflusst. Diese waren zuletzt in zahlreichen Schwellenländern unter Druck: Die indische Rupie verlor im vergangenen Jahr zeitweise über 20 Prozent ihres Werts gegenüber dem US-Dollar. Der brasilianische Real brach 2013 um über 13 Prozent ein. Anfang dieses Jahres fiel die türkische Lira auf ein neues Rekordtief. Auch der südafrikanische Rand war im Januar so schwach wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Die Währungsabwertung bedeutet für deutsche Exporteure: Sie müssen in den jeweiligen Märkten entweder ihre Preise erhöhen und drohen dadurch im Wettbewerb mit lokalen Konkurrenten ins Hintertreffen zu geraten. Oder sie verzichten auf einen Teil ihres Gewinns, der nach der Umrechnung in Euro übrig bleibt. Eine Vielzahl heimischer Unternehmen war von den Schwierigkeiten betroffen: Für den Motorsägenhersteller Stihl ist Brasilien einer der wichtigsten Wachstumsmärkte. Doch obwohl das Unternehmen seine Verkäufe steigern konnte, wuchsen die Umsätze aufgrund der schwachen brasilianischen Währung deutlich langsamer, wie das Unternehmen Ende April mitteilte. Weltweit machten negative Währungseffekte zu schaffen: Zwar wuchs der Stihl-Umsatz um 1,4 Prozent. Zu den Wechselkursen des Vorjahres wäre er jedoch um fünf Prozent gestiegen.

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Schwache Währungen belasten den Konzernumsatz

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