Wirtschaftswunderland an Kocher und Jagst
Künzelsau – Hauptstadt der Weltmarktführer

Willkommen in Künzelsau, willkommen in der Heimat der Weltmarken und Weltmarktführer. Ausgerechnet hier, auf dem flachen Land, in der kleinen Kreisstadt und ihrer Umgebung im fränkischen Teil Baden-Württembergs, sitzen über zehn Weltmarktführer. Mehr als nirgendwo sonst in Deutschland. Warum eigentlich? Eine Nahaufnahme.
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DÜSSELDORF. Es ist heiß an diesem Nachmittag, zu heiß für einen Apriltag, an dem sich die gute Gesellschaft des kleinen Städtchens auf dem Rasen im Garten einer Villa aus den Zwanzigerjahren trifft. Heiß ist auch die Musik, die das festliche Treffen begleitet. „Mustang Sally, you better slow your Mustang down“, röhrt der Münchner Soulbarde Adriano Prestl.

Es gibt Sekt und O-Saft. Der Bürgermeister ist gekommen, die evangelische Dekanin, die Lokalpresse. Ein Fernsehteam filmt. Der Mustang-Song passt, es geht um die Eröffnung eines Jeans-Museums, genauer gesagt, des Mustang-Museums.

Von dieser Villa aus, in der Mitglieder der Unternehmerfamilie noch vor fünf Jahren wohnten, eroberte sich die Jeansmarke den Weltmarkt. Hier, mitten in dem kleinen Städtchen Künzelsau im nördlichen Württemberg, wurden 1948 die ersten deutschen Jeans genäht. Heute ist Mustang eine der großen Jeansmarken weltweit und in Deutschland bekannter als Levi’s, Diesel oder Lee.

Willkommen in Künzelsau, willkommen in der Heimat der Weltmarken und Weltmarktführer. Ausgerechnet hier, auf dem flachen Land, in der kleinen Kreisstadt und ihrer Umgebung im fränkischen Teil Baden-Württembergs, sitzen über zehn Weltmarktführer. Bekannt, vor allem von Werbeplakaten und -banden, sind der Schraubenhändler Würth und sein Wettbewerber Berner. Oder Hornschuch, der Hersteller des Kunstfurniers D-c-fix und des Kunstleders Skai, das heute bei den Luxuskonzernen wie Louis Vuitton oder Gucci als Werkstoff beliebt ist.

Weniger bekannt sind jedoch so fremdartig klingende Firmen wie Ziehl-Abegg oder EBM-Papst. Doch auch sie sind Weltmarktführer, und zwar im Ventilatorenbau. Ziehl-Abegg ist bei den Kunden berühmt für große Industrieventilatoren, EBM-Papst für kleine Ventilatoren, wie sie in Autos oder Computern zu finden sind. Kaum bekannt ist auch der Verpackungsspezialist Huber, der Farbdosen und Chemieverpackungen bis zu 33 Liter Größe herstellt. Dabei baut Huber Packaging 70 Prozent aller 5-Liter-Partyfässer für Bier weltweit.

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  • Als Spätaussiedler halte ich es für eine Frechheit, mit welchen Klischees Sie hier vom Stadtteil Taläcker berichten. Wegen ein paar jungen Leuten, die an der Bergbahn rumpöbeln und Bier trinken ist der Taläcker keinesfalls ein Ort, den das Wirtschaftswunder nicht erreicht hat. Zum einen würde es keiner wagen, unabhängig seiner Herkunft, eine ältere Dame zu belästigen und zum anderen schreiben Sie hier über ein duzend von insgesamt 3000 Anwohnern. Sie hätten mehr Zeit in Künzelsau verbringen sollen, dann hätten Sie weitaus mehr rumlungernde Alkoholiker gesehen die keine Spätaussiedler sind. Der Stadtteil Taläcker ist ein ruhiger Ort und die perfekte idyllische Wohnlandschaft für Familien mit Kindern. Hier haben Angestellte, Ärzte, Ingenieure und Beamte ihr Zuhause und genießen eine harmonische und friedliche Lebensatmosphäre. In einem Fall finde ich Beiträge wie Ihren sehr positiv: Beiträge wie Ihre halten die Mietpreise stabil auf einem etwas niedrigerem Niveau als in anderen Stadtteilen. Dafür danke ich Ihnen missbilligend!

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