Zielsetzung bis 2010
Gesetzgeber will den Ausstoß an Lösemitteln reduzieren

Die gesetzliche Vorgabe verpflichtet Anwender von Lacken, den Ausstoß flüchtiger organischer Substanzen (VOC) zu begrenzen, die in Klebstoffen, Reinigungsmitteln, Farben und Lacken fast immer enthalten sind. Weil viele Lackierer die Richtlinie mit ihrem Equipment nicht einhalten können und nachrüsten müssen, hoffen Maschinenbauer auf neue Aufträge.

KÖLN. "Wir sind stolz darauf, den ersten Schritt geschafft zu haben", sagt Hans-Joachim Güttler, Geschäftsführer der Firma CD-Color in Herdecke an der Ruhr. Der Lackhersteller hat etliche Jahre investiert, um die erste Stufe der so genannten VOC-Richtlinie umzusetzen. Und nun folgt bald der zweite Schritt.

Die gesetzliche Vorgabe verpflichtet Anwender von Lacken, den Ausstoß flüchtiger organischer Substanzen (VOC) zu begrenzen, die in Klebstoffen, Reinigungsmitteln, Farben und Lacken fast immer enthalten sind. In zwei weiteren Stufen wird die Freisetzung der Schadstoffe begrenzt: Bis Ende Oktober 2007 müssen alle Betriebe in Deutschland die Vorschriften der Bundes-Immisionsschutzverordnung einhalten. Im Jahr 2010 gelten dann noch einmal strengere Regeln - bis dahin will Deutschland die Emission der flüchtigen Substanzen auf 995 000 Tonnen pro Jahr beschränken. Im Jahr 2003 waren es nach Zahlen des Bundesumweltamtes noch 1,6 Mill. Tonnen.

CD-Color ist auf Farben für den professionellen Einsatz spezialisiert. "Im Do-it-Yourself-Bereich sind viele auf wasserlösliche Lacke umgestiegen", erklärt Güttler. Doch nicht für jeden ist dieser Weg der richtige: Denn die wasserlöslichen Lacke verhalten sich bei der Verarbeitung anders als gewohnt - bei hoher Luftfeuchtigkeit trocknen sie zum Beispiel viel langsamer als klassische Lacke. Das ist schlecht für einen professionellen Anstreicher mit Termindruck. "Der Profi ist nach wie vor auf lösemittelhaltige Lacke angewiesen", erklärt Güttler. Sein Unternehmen hat zur Umsetzung der VOC-Richtlinie 40 Produktgruppen mit mehr als 200 verschiedenen Rezepturen gesichtet und den Lösemittelgehalt teilweise um 10 bis 15 Prozent gesenkt. Fünf Entwickler arbeiten an neuen Rezepturen, ein Entwickler wurde eigens neu eingestellt.

Besonders stolz ist Güttler auf ein Nebenresultat: Die Farbenentwickler erfanden Rezepte für zwei neue Heizkörperlacke mit reduziertem Lösemittelanteil. Diese halten nicht nur die Vorgaben der VOC-Richtlinie ein, sondern haben auch eine höhere Deckkraft als die vorher erhältlichen Produkte. Und die Geruchsbelästigung während der Verarbeitung und in der Anheizphase der beschichteten Heizkörper ließ sich deutlich reduzieren. Güttler ahnt, dass die Arbeit damit lang noch nicht beendet ist: "Die Vorgaben für 2007 zu erfüllen war schwer. 2010 wird es noch bedeutend schwieriger."

Was für die Farb- und Lackhersteller schwierig ist, ist für die Hersteller von Lackieranlagen umsatzfördernd: Denn wer durch die Verwendung neuer Lacke die Emissionsgrenzwerte einhalten will, muss oft auch die Lackiertechnik umrüsten - oder gleich komplett erneuern.

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