Nach Pleitenserie
HSV trennt sich von Oenning

Alle Lippenbekenntnisse waren umsonst: Michael Oenning ist nicht mehr Trainer des Hamburger SV. Die Trennung vom Übungsleiter erfolgte offenbar einvernehmlich. Fürs Erste übernimmt Rodolfo Cardoso.
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HamburgDas Ende war unvermeidlich, es kam dann aber doch schneller, als erwartet. Am Montagmittag trennte sich Fußball-Bundesligist Hamburger SV von Trainer Michael Oenning. In einem Gespräch teilten der Vorstandsvorsitzende Carl-Edgar Jarchow und Sportdirektor Frank Arnesen in der Geschäftsstelle dem 45-Jährigen die Entscheidung mit, die der Vorstand am Vormittag getroffen hatte. Das Team wird ab sofort übergangsweise von U23-Trainer Rodolfo Cardoso und Co-Trainer Frank Heinemann betreut, gleichzeitig sucht der HSV einen neuen Cheftrainer.

„Die Entscheidung tut sehr weh. In den letzten zwei Tagen und nach vielen intensiven Gesprächen sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass wir diese Entscheidung treffen mussten. Wir werden uns ab heute intensiv mit der Nachfolge von Michael Oenning beschäftigen“, erklärte Sportdirektor Frank Arnesen. Michael Oenning sagte nach dem Gespräch mit dem Vorstand: „Es ist auch für mich nachvollziehbar, dass der Verein in der jetzigen Situation einen anderen Weg geht“.

Treuebekenntnis Sonntag, Umdenken am Montag

Die 0:1 (0:0)-Niederlage am Samstag im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach wurde Oenning dann doch zum Verhängnis. Noch am Samstag hatte Arnesen zwar verkündet, dass Oenning auf jeden Fall am kommenden Freitag in Stuttgart noch auf der Bank sitzen soll, am Montag gab es dann doch ein Umdenken. „Man darf nicht mit dem Herzen denken, sondern mit dem Verstand“, sagte Arnesen, „mein Job ist, das zu tun, was das Beste für den HSV ist.“

Der HSV ist mit nur einem Punkt aus sechs Saisonspielen sieglos Tabellenletzter, Oenning konnte saisonübergreifend nur die erste von 14 Partien gewinnen. „Nach dem ersten Spiel in Dortmund habe ich keine großen Fortschritte mehr gesehen“, sagte Arnesen und Jarchow ergänzte: „Es war kein Stil und System zu erkennen. Die Art und Weise des Spiels war nicht so, dass man das Gefühl hatte, es geht aufwärts.“

Die Anzeichen auf eine Trennung hatten sich verdichtet, als Oenning nicht zum eigentlich angekündigten Pressegespräch erschien.

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