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02.11.2006 
Polizei ermittelt

Säure frisst Geldscheine auf

Es hört sich wie ein Dummerjungenstreich an, doch für die Betroffenen dürfte es bitterer Ernst sein: Rund 1000 Euro-Noten sind seit dem Sommer in Deutschland zerbröselt, nachdem sie von Bankkunden aus Geldautomaten gezogen wurden. Offenbar haben Unbekannte die Geldscheine mit einer mysteriösen Substanz manipuliert.

Lupe

HB FRANKFURT. „So einen Fall hatten wir noch nie“, sagte ein Sprecher der Bundesbank am Donnerstag. Im Juni seien die ersten, vermutlich durch Säure zersetzten Geldscheine in Berlin aufgetaucht. Die Noten im Nennwert zwischen fünf und hundert Euro würden kurz nach der Entnahme aus Geldautomaten zerfallen. Nach Angaben der Bundesbank handelt es sich um das erste Mal überhaupt, dass echte Banknoten von derartigen Beschädigungen betroffen sind. Zu Spekulationen, dass es sich um einen Erpressungsversuch handele, wollte sie sich nicht äußern.

Sicher sei, dass es sich nicht um einen Produktionsfehler handele, sondern auf Chemikalien zurückzuführen sei. Die Noten stammten definitiv aus einer Bundesdruckerei. „Im Moment ist noch unklar, ob es sich dabei um eine unbeabsichtigte Beschädigung oder eine bewusste Manipulation handelt“, ergänzte der Sprecher. Das Bundeskriminalamt und die Landeskriminalämter ermittelten.

Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, ist das schadhafte Geld schon in insgesamt 17 Städten aufgetaucht - darunter Düsseldorf, Freiburg und Magdeburg. Die ersten Scheine wurden dem Zeitungsbericht zufolge im Juni und Juli in Berlin und Potsdam abgegeben. Ab August seien vorwiegend in Berlin und Umgebung immer mehr zerstörte Noten aufgetaucht, schließlich in 17 deutschen Städten. Betroffen seien überwiegend 50-Euro-Scheine.

Vermutlich werde der Zersetzungsprozess erst durch die Berührung mit der Hand ausgelöst, sagte ein Chemiker der Zeitung. Die Scheine könnten etwa mit einem Sulfat-Salz gepudert worden sein, das mit dem Handschweiß der Geldbesitzer zu Schwefelsäure reagiere. Das Blatt berief sich auch auf ein amtliches Gutachten des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz.

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