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HANDELSBLATT, Montag, 25. Dezember 2006, 12:35 Uhr
Weihnachtsbotschaft

Papst ruft weltweit zum Frieden auf

Papst Benedikt XVI. hat in seiner Weihnachtsbotschaft eine Lösung der blutigen Konflikte in aller Welt angemahnt. Vor allem im Nahen Osten hoffe er auf einen gerechten und lang dauernden Frieden, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Montag in Rom.



Papst Benedikt XVI. hat die Menschen zu Weihnachten aufgerufen, sich für mehr Frieden und Gerechtigkeit in der Welt einzusetzen. Foto: dpa
Bild vergrößernPapst Benedikt XVI. hat die Menschen zu Weihnachten aufgerufen, sich für mehr Frieden und Gerechtigkeit in der Welt einzusetzen. Foto: dpa

HB ROM. Vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz verwies er vor allem auf die Konflikte und Kriege im Nahen Osten und forderte eine Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Israelis und Palästinensern. „Ich hoffe, dass sich im Respekt der unveräußerlichen Rechte der Völker dieser Region Perspektiven für einen gerechten und dauerhaften Frieden eröffnen.“ Eindringlich warnte Benedikt die Menschen der Moderne davor, die Auswirkungen des technischen Fortschritts zu überschätzen.

Bei strahlendem Wetter und frühlingshaften Temperaturen spendete das katholische Kirchenhaupt anschließend den traditionellen Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis). Zugleich fügte der Papst die Weihnachtsgrüße in 62 Sprachen hinzu. Auf Deutsch sagte er: „Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!“ Es ist für Benedikt die zweite Weihnachtsfeier seit seiner Wahl zum Papst im April 2005.

Ausführlich ging der deutsche Papst auf die Frage des technischen Fortschritts in der modernen Welt ein. Zwar habe der Mensch den Mond erreicht, erobere das Universums und sei dabei, „die wunderbaren Codes des menschlichen Genoms zu entschlüsseln“. Daher fühle sich der Mensch des 21. Jahrhunderts immer häufiger als „souveräner und sich selbst genügender Schöpfer des eigenen Schicksals“.

Doch dieser Eindruck sei eine Täuschung, denn es gebe nach wie vor Not, Leiden und tiefe Ungerechtigkeit in der Welt: „Immer noch sterben Menschen an Hunger und Durst, an Krankheit und aus Armut in dieser Zeit des Überflusses und des maßlosen Konsumismus. Immer noch gibt es Menschen, die versklavt, ausgebeutet und in ihrer Würde verletzt werden (...).“

Zugleich äußerte der Papst erneut die Hoffnung, in das Heilige Land (Israel und die besetzten Gebiete) reisen zu können. Ausdrücklich verweis das Oberhaupt der Katholiken auf die angespannte Lage im Libanon. „Ich vertraue darauf, dass nach den vielen Opfern, Zerstörungen und Ungewissheiten der Libanon in demokratischer Ordnung fortlebt und vorankommt und im Dialog mit den Kulturen und Religionen für die anderen offen ist.“ Zum Irak sagte Benedikt: „Einen Appell richte ich an diejenigen, die das Schicksal des Irak in Händen haben, dass die grausame Gewalt, die das Land mit Blut überzieht, ein Ende nehme und einem jeden Bewohner ein normales Leben gewährleistet werde.“

Bereits am frühen Morgen hatte der Papst die traditionelle Christmette im Petersdom gefeiert. Dabei erinnerte an das Leiden von Millionen Kindern in der Dritten Welt. Er verwies auf die Kindersoldaten, „auf die Kinder, die betteln müssen, auf die Kinder, die darben und hungern“ sowie auf „die Kinder, die keine Liebe erfahren.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Deutsche Kirchen fordern mehr Mitmenschlichkeit


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