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15.06.2007 
Darüber spricht das Netz

Der Flickr-Flop

von Jens Schröder

Das Netz ist in Bewegung. An jedem Tag tun sich erstaunliche Dinge, wird den Nutzern das Leben erleichtert, wachsen die verschiedenen Medien weiter zusammen, entstehen neue Geschäftsmodelle, während andere zusammenbrechen. Handelsblatt.com unternimmt eine Reise in die wichtigsten internationalen Blogs und Web-Medien und gibt Ihnen den Überblick über die Netzgeschichten der Woche.

Flickr spricht jetzt auch deutsch. Screenshot: leoLupe

Flickr spricht jetzt auch deutsch. Screenshot: leo

DÜSSELDORF. Voll in die Hose gegangen ist in dieser Woche die Internationalisierung von Flickr, der Foto-Community aus dem Hause Yahoo. Das Unternehmen stellte am Dienstag neben französischen, italienischen, portugiesischen, spanischen und chinesischen Versionen auch eine deutsche Flickr-Fassung ins Netz und feierte in einer Pressemitteilung: "Deutsche Fotofans können die über 525 Millionen Bilder bei Flickr ab heute in ihrer eigenen Sprache entdecken." Wenn das so wäre, hätte sich wohl niemand beschwert.

Doch gemeinsam mit der Sprachversion ging eine für deutsche Nutzer nicht abschaltbare Schranke online: Ab sofort können in Deutschland Bilder, die von Flickr als "mittel" oder "eingeschränkt" eingestuft wurde, nicht mehr angeschaut werden. Dabei handelt es sich nicht einmal nur um Bilder leicht bekleideter Damen, sondern beispielsweise auch um Nutzer, die ihre Bilder in falsche Kategorien einordnen, oder gegen andere "Community-Richtlinien" verstoßen. So müssen Flickr-Nutzer beispielsweise auch "freundlich und respektvoll" zu anderen Nutzern sein. Das große Problem an der Sache: Diese Einschränkung lässt sich nicht abschalten. Deutsche Nutzer bekommen also wie diejenigen in Singapur, Hongkong und Korea nur ein eingeschränktes Flickr-Vergnügen, selbst wenn sie ein kostenpflichtiges Pro-Account haben.

Der Aufschrei ließ natürlich nicht lang auf sich warten, mit vielfältigen Aktionen wird in Blogs und innerhalb von Flickr gegen diese Zensurmaßnahmen protestiert. Yahoo/Flickr geht mit der Situation bislang recht unprofessionell um und hat nur schwammig zu den Gründen der Einschränkungen Stellung genommen. Deutschland habe härtere Jugendschutzbestimmungen als all seine Nachbarländer und man wolle seine deutschen Mitarbeiter nicht in Gefahr bringen, womöglich ins Gefängnis zu müssen. Die Kündigungen empörter deutscher Flickr-Nutzer wird diese Begründung sicher nicht aufhalten.

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Ein anderer Filter wird in einigen Wochen die Hollywood-Studios etwas aufatmen lassen. Youtube, das populäre Video-Angebot, kündigte an, eine Identifikations-Technologie (so genanntes Fingerprinting) an den Start zu bringen, die verhindern soll, dass urheberrechtlich geschütztes Material bei Youtube erscheint. Ein erster Test soll im Juli mit Partnern wie Time Warner und Walt Disney starten, Ende 2007 soll der Filter allen Rechteinhabern zur Verfügung gestellt werden. Mutmaßlich wird es dann für Youtube-Nutzer nicht mehr möglich sein, einmal von Rechteinhabern gesperrte Filme hochzuladen. Youtube-Besitzer Google hatte einen solchen Filter eigentlich schon für Ende 2006 versprochen.

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Apple-Chef Steve Jobs hat seine Technologien unterdessen in dieser Woche weiter geöffnet. Den bisher exklusiv für Apple-Rechner verfügbare Internet-Browser Safari gibt es nun auch in einer Version für Windows-PCs. Doch der Start lief alles andere als reibungslos. Die Software ist voll mit Fehlern, Sicherheitslücken und ist weit entfernt von einer Marktreife. Zwar wurden am Donnerstag die schlimmsten Bugs mit einem Update beseitigt, doch der laut Jobs "innovativste Browser" ist bislang weiterhin keine Alternative für Nutzer von Firefox, Internet Explorer, Opera & Co.

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