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27.09.2006 

Die stärkere Einbeziehung von Konzepten und Technologien des Web 2.0 markiert für die E-Learning-Anbieter einen Paradigmenwechsel. Bislang war die Entwicklung von Lehrangeboten ein zentralisierter Prozess. „Fortlaufend aktuelle und attraktive Beiträge im Alleingang produzieren zu müssen, überforderte aber viele Anbieter finanziell wie konzeptionell“, sagt Christoph Rensing.

Eine Alternative dazu ist die Interaktion von Lehrenden und Lernenden, wobei oft die Rollen zwischen Autoren und Lesern oft verschwimmen, wie es bei Wikipedia zu beobachten ist. Statt zentral jede einzelne Lernkomponenten zu entwickeln, sammeln die E-Learning-Anbieter in Zukunft – unter Beachtung der Urheberrechte – Texte, Videos oder Animationen aus unterschiedlichen Quellen und stellen sie zur Diskussion.

Noch aber fehlen übergreifende pädagogische Konzepte, um Web 2.0-Technologien jenseits punktueller Experimente in E-Learning-Angebote einzubinden. Ein Ansatz, Web 2.0 und eine neue E-Learning-Pädagogik zu verschmelzen, ist das „Personal Learning Enviornment“, das Michael Kerres, Professor für Mediendidaktik an der Universität Duisburg-Essen, vorstellt – natürlich in einem Weblog.

Das Lernende arbeitet mit mehreren Online-Bausteinen, die in der Summe eine Lernumgebung ergeben.Blog-Einträge stehen in diesem Lernportal gleichberechtigt neben Terminen in einem Onlinekalender, persönlichen Webseiten, Bildersammlungen oder Skype-TelefonieAnwendungen. Dass die Mitglieder die Plattform nicht nur zur Bildung nutzen, ist gewollt. „Es ist der Lerner selbst, der sich letztlich seine Umgebung konfiguriert“, erklärt Kerres, „und nicht der Lehrende.“

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