0 Bewertungen
12.03.2007 

Auch das Verfassungsgericht hat in mehreren Urteilen 2006 einen „Qualifikationsnachweis mit strengsten Anforderungen und eine engmaschige Qualitätskontrolle der einzelnen Verwalter“ gefordert. Die höchsten Richter forderten Wissenschaftler und Praktiker auf, ein „schlüssiges Konzept“ mit Eignungskriterien zu entwickeln. Den Gesetzgeber sehen sie – vorerst – nicht in der Pflicht.

Das sieht der Verband der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID) anders. Der Gesetzgeber müsse eine Beschränkung der Listen durch die Gerichte wieder zulassen, „damit die Qualität der Verwaltertätigkeit gewährleistet ist“, sagt VID-Vorsitzender Siegfried Beck. Allerdings: Auch Beck fordert „verlässliche Qualitätskriterien“ bei der Auswahl von Insolvenzverwaltern „nach dem Prinzip der Bestenauslese“.


Handelsblatt.net Business Directory

Ihr Verzeichnis für professionelle und qualifizierte Dienstleister. Hier finden Sie schnell die Unternehmen, die Sie für Ihr Geschäft benötigen.
Klicken Sie hier! Jetzt kostenlos Mitglied werden!


Kriterien für professionelle Insolvenzverwaltung sind neben einer Arbeitsplatz- und Gläubigerbilanz auch der Umgang mit dem Firmenvermögen. Eine gute Treuhänderschaft kommt laut Haarmeyer mit 40 Prozent Verwaltungskosten an dem verteilungsfähigen Vermögen aus. Es gibt aber auch Verwalter, die 70 Prozent dafür verbrauchen.

„Verschleudert“ werde oft auch Vermögen beim Eintreiben von ausstehenden Forderungen der insolventen Firma. Manche Verwalter verkaufen einfach die offenen Rechnungen an professionelle Aufkäufer. Dafür erzielen sie aber oft noch nicht einmal 15 Prozent der ursprünglichen Beträge. Haarmeyer hält solche Quoten für pflichtwidrig. Denn gute Insolvenzmanager trieben wenigstens 30 Prozent, sehr gute mehr als 50 Prozent aller Forderungen ein.

Mittlerweile schaltet sich auch die Politik ein: Nordrhein-Westfalen will noch im Frühjahr im Bundesrat einen Gesetzentwurf zur Vereinfachung der Aufsicht in Insolvenzverfahren einbringen (Gavi). NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) will qualitative Mindeststandards für die Tätigkeit der Gerichte festlegen und die Gläubiger stärker in die Verfahren einbeziehen. Der Grund: „Die Gläubiger gestalten selten das Verfahren aktiv mit oder üben kaum eine Kontrollfunktion gegenüber den Insolvenzverwaltern aus“, sagte Müller-Piepenkötter dem Handelsblatt.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Nix verstehen? Spracherkennung per Computer   

30.11.2008IT-Podcast

Digitale Spracherkennung gilt als eines der zukunftsträchtigsten IT-Themen überhaupt. Analysten sagen voraus, dass sich Menschen schon bald mit dem PC unterhalten können, sodass Applikationen und Maschinen per Sprache gesteuert werden. Schon 2000 gab es diese Prognose, doch bislang verstehen Computer eher wenig. Anhören


weiterHandelsblatt Quiz

Risikomanagement: Hat Ihr Unternehmen den richtigen Notfallplan?

Los geht's!Das Thema Risikomanagement wird auch für mittelständische Unternehmer in Zeiten der Globalisierung immer wichtiger. Kennen Sie die Hauptursachen für ...
Testen Sie Ihr Wissen!

weiterBildergalerien

zurück
  • Erbschaftsteuer: Was sich für Betrieb...

    Erbschaftsteuer: Was sich für Betriebe verbessert

    Jahrelang wurde gestritten: Jetzt hat die große Koalition in Berlin einen Durchbruch bei der Reform der Erbschaftsteuer erzielt. Das Bundesverfassungsgericht hatte bis Jahresende eine Neuregelung verlangt. Was sich durch die Neuregelung für Betriebe verbessert und was ...Bildergalerie 

  • Welche Chefgehälter angemessen sind

    Welche Chefgehälter angemessen sind

    Das Gehalt eines Gesellschafter-Geschäftsführers ist ein heißes Eisen bei jeder Betriebsprüfung. Die Kunst besteht darin, die gängigen Gehaltsgrenzen geschickt auszuschöpfen, um möglichst viel als Betriebsausgabe abzusetzen. Die Vergütungstabelle von Handelsblatt und B...Bildergalerie 

  • Die Lieblingsbanken der Mittelständle...

    Die Lieblingsbanken der Mittelständler

    Der Mittelstandsverband „Die Familienunternehmer – ASU“ hat seine Mitglieder nach ihrer Lieblingsbank befragt. Acht Institute haben sie mit Schulnoten bewertet. Die Institute im Überblick.Bildergalerie 

vor

 

 

Frage des Tages

In Deutschland gibt es eine Kreditklemme. Das behaupten viele Unternehmer, allen voran Hakan Samuelsson, der Vorstandschef von MAN. Er widersprach damit Josef Ackermann, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank. Der hatte behauptet, es gäbe keine Kreditklemme. Welcher Meinung sind Sie? Bekommen Firmen in Deutschland derzeit zu wenig Kredite oder stellen die Banken ausreichend bereit?

Ja, es gibt in Deutschland eine Kreditklemme.
Nein, in Deutschland gibt es keine Kreditklemme.