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12.03.2007 
Vereinigte Staaten

Der Immobilienblase geht die Luft aus

Jahrelang lief er prächtig, doch mittlerweile sind die Anzeichen unübersehbar: Der Multi-Milliarden-Dollar schwere US-Immobilienmarkt ist auf Talfahrt gegangen. Das Geschäft mit riskanten Hypothekenkrediten kollabiert - und in der Immobiliensparte von General Electric müssen wegen der schwierigen Marktsituation hunderte Leute gehen.

"Zu Vermieten"-Schilder vor Eigenheimen in Birmingham im US-Bundesstaat Michigan. Foto: apLupe

"Zu Vermieten"-Schilder vor Eigenheimen in Birmingham im US-Bundesstaat Michigan. Foto: ap

HB NEW YORK. Hypothekenkrediten wurden während des fünfjährigen Immobilien-Booms häufig ohne Anzahlung und mit zu Anfang extrem niedrigen aber variablen Zinsen hunderttausenden von Amerikanern mit geringer Kreditwürdigkeit verkauft. Selbst einkommensschwache Kreditnehmer konnten sich so ein Haus leisten - und solange die Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen jährlich zweistellige prozentuale Preiserhöhungen verzeichneten, waren alle Beteiligten hochzufrieden.

Seit mehr als einem Jahr fallen jedoch die US-Immobilienpreise. Gleichzeitig erhöhten sich bei den vor einigen Jahre zu Sonderkonditionen abgeschlossenen Hypothekenkrediten plötzlich die Zinsen und damit die monatlichen Zahlungen der Hausbesitzer massiv. Viele konnten die Tilgungen nicht mehr leisten und gerieten in Verzug oder stoppten die Zahlungen ganz.

Mehr als zwei Dutzend der auf Risikokredite spezialisierten US-Hypothekenfirmen sind inzwischen insolvent oder sind auf der Suche nach Käufern. Das Branchenschwergewicht New Century Financial steht mit dem Rücken zur Wand: Das Unternehmen nimmt inzwischen keine neuen Kreditanträge mehr an und muss fürchten, dass ihm seine Kreditgeber - darunter eine Tochter der Deutschen Bank - den Geldhahn zudrehen. Nach Angaben der US-Börsenaufsicht SEC verfügt New Century nicht über ausreichend Barmittel, um die Verpflichtungen aus den bestehenden Kreditlinien zu erfüllen. Die Aktie des Unternehmens, die noch im Mai 2006 bei 51,97 Dollar notierte, brach am Montag im vorbörslichen Handel abermals ein und wird gerade noch bei 1,86 Dollar notiert.

In diese Probleme sind auch andere Geldgeber wie Investmentbanken, Versicherungen, Pensionskassen, Banken und Hedge-Fonds verwickelt, die die hochriskanten Hypothekengeschäfte finanziert hatten. Die Wall-Street-Firmen hatten die Hypothekenkredite dann mit hohem Gewinn gebündelt, umverpackt und sie in Form von neuen Wertpapieren an institutionelle und auf höhere Renditen spekulierende kleine Anleger verkauft. Jetzt müssen die Beteiligten jedoch die Zeche dafür zahlen, dass sie nach höheren Renditen strebten ohne auf das Kreditrisiko zu achten. Die riskanten US-Hypothekenkredite haben sich nämlich als Zeitbombe heraus gestellt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Krise könnte eine halbe Million Häuser auf den Markt bringen

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