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20.08.2007 
Verwaltungsrat tagt

SachsenLB muss wohl Partner suchen

Der Rettungsplan für die SachsenLB ist angeblich nur unter der Bedingung zustande gekommen, dass sich die kleinste deutsche Landesbank einen Partner sucht. Zwei Kandidaten sollen bereits Stellung bezogen haben – ein weiteres Institut schließt wohl eine Doppelhochzeit nicht aus. Indes hat die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) als erstes Bonitätsbewertungs-Institut ihre Note für das angeschlagene Institut gesenkt.

Den Löwenanteil an der Rettungsaktion trägt die DekaBank. Foto: dpaLupe

Den Löwenanteil an der Rettungsaktion trägt die DekaBank. Foto: dpa

HB FRANKFURT/DRESDEN/LEIPZIG. Für die Landesbank und ihre Investmenttochter SachsenLB Europe gelte nun das Rating „BBB+“ statt „A-“, teilte S&P am Montag mit. Die Landesbank musste im Zuge der Krise um zweitklassige Hypothekenkredite in den USA von der DekaBank und den anderen Landesbanken mit einem Kredit über 17,3 Mrd. Euro gestützt werden.

Die Ratingagenturen Moody's und Fitch hatten schon vorher angekündigt, ihre Rating-Einstufungen zu überdenken.

Der Druck auf die SachsenLB sei durch die Stützungsaktion kurzfristig gewachsen, begründete die S&P die Herabstufung. Das sei ein Rückschlag bei der Neupositionierung der Landesbank. Die Rendite der Landesbank werde durch die geänderte Finanzierung für die Zweckgesellschaft Ormond Quay zumindest 2007 sinken. Sie müsse ihr Liquiditätsmanagement anpassen.

Zunächst müsse die SachsenLB nun das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen, deren Hunger auf komplexe strukturierte Produkte der Bank zunächst wohl mäßig bleiben werde, erklärte S&P-Analyst Bernd Ackermann. Das könnte deren Wachstumsperspektiven auf mittlere Sicht mindern.

Als nächster Schritt seien sowohl eine weitere Herabstufung als auch eine Hochstufung möglich. Letzteres wäre der Fall, wenn die SachsenLB beschleunigt neue Eigentümer erhalten würde, etwa im Zuge der Konsolidierung unter den Landesbanken. Wenn weitere, unerwartete Probleme auftauchten oder die Renditen so stark unter Druck gerieten, dass sich dies auf das Kapital der Bank auswirke, sei dagegen eine Herabstufung um ein bis zwei Stufen möglich.

Unterdessen bringt die Krise bei der SachsenLB bringt zusätzlichen Schwung in das Fusionskarussell im Landesbanken-Sektor. Finanzkreisen zufolge ist das vergangene Woche vereinbarte Rettungspaket für die sächsische Landesbank an die Bedingung geknüpft, dass die Eigentümer einen Partner für die Bank suchen. Neben der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sei auch die NordLB an der SachsenLB interessiert, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person Reuters am Montag. „Noch ist es aber viel zu früh, um konkrete Gespräche zu führen.“ Diese würden erst in ein paar Wochen beginnen. Die Bank müsse zunächst einmal stabilisiert werden. Die SachsenLB wollte sich nicht dazu äußern.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Schon lange ein heißer Übernahmekandidat

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