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19.06.2007 
Polizei durchsucht Zentrale

Air-Berlin-Chef unter Insiderverdacht

Die Zentrale der Fluggesellschaft Air Berlin hat am Dienstag überraschend Besuch von der Polizei bekommen. Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sowie ranghohe Manager werden verdächtigt, ihr Insiderwissen zu Geld gemacht zu haben, darunter auch Konzernchef Joachim Hunold. Es geht um einen Vorfall aus der jüngsten Vergangenheit.

Auf Air-Berlin-Chef Hunold lastet ein schwerer Verdacht. Foto: dpaLupe

Auf Air-Berlin-Chef Hunold lastet ein schwerer Verdacht. Foto: dpa

HB BERLIN. Seit Dienstagmorgen durchsuchten rund 50 Polizeibeamte und Mitarbeiter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) bundesweit 10 Objekte, teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart am Dienstag mit. Eine Strafanzeige der Bafin habe die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Die Aufsicht überwacht routinemäßig alle Transaktionen am Kapitalmarkt und untersucht verdächtige Vorfälle näher.

Wie Air-Berlin-Srecher Peter Hauptvogel bestätigte, wurden Protokolle von Aufsichtsrats- und Vorstandssitzungen eingesehen. Ein Vorstands- und ein Aufsichtsratsmitglied, drei Abteilungsleiter und ein Unternehmensfremder stehen im Verdacht, ihr Insiderwissen genutzt und kurz vor dem Erwerb des Konkurrenten DBA Air-Berlin-Aktien für 1,5 Mill. Euro gekauft zu haben. Danach war der Kurs gestiegen; zwischenzeitlich waren die Aktien mit rund 20 Euro doppelt so viel wert wie zum Zeitpunkt des Kaufs.

Zu den Verdächtigen gehören auch Vorstandschef Joachim Hunold und Aufsichtsratschef Jürgen Zurnieden. Die Durchsuchungen erfolgten auch an den Wohnorten. Hauptvogel bezeichnete die Aktion als „absurd“. Es gehe dabei nur um relativ bescheidene Summen. Die Anleger teilen die Gelassenheit des Unternehmens nicht. Binnen Minuten sackte der Air-Berlin-Kurs um bis zu 5 Prozent ab.

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin hatte die DBA im August 2006 übernommen und sich dadurch im Wettbewerb mit den Billigfliegern auf der einen und der Lufthansa auf der anderen Seite gestärkt. Im März diesen Jahres strich Air Berlin dann den Markennamen der Tochter. Seitdem fliegen alle Maschinen unter den Farben der Mutter. Vor kurzem hat Air Berlin auf den Düsseldorfer Ferienflieger LTU übernommen. Verkäufer war in beiden Fällen der Nürnberger Textilunternehmer Hans-Rudolf Wöhrl.

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