Der neue ARD-Vorsitzender Fritz Raff fordert einen größeren Beitrag der Wirtschaft zu den GEZ-Gebühren. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht er außerdem über die schwindende Akzeptanz der Rundfunkgebühren, über Qualitätsjournalismus und digitale Medien.
Handelsblatt: Die GEZ-Gebühr für Computer und Handys von monatlich 5,52 Euro kommt trotz aller Proteste aus der Wirtschaft pünktlich zum 1. Januar. Es fließt noch mehr Geld in die Kassen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Ist das ein idealer Startmoment für den neuen ARD-Vorsitzenden Fritz Raff?
Fritz Raff: Viele Artikel und Äußerungen zu diesem Thema waren ungetrübt von sachlicher Kenntnis. Es war ja eher Unkenntnis, warum einige Leute gegen die so genannte Gebühr aufgeschrieen haben.
Ach ne?
Es war überwiegend Unkenntnis, also ein gefühlter Schmerz. Es hat niemand den Beipackzettel zur verabreichten Pille gelesen.
Was steht denn auf den Beipackzettel?
Darauf steht: wer ein Radio angemeldet hat muss keine Computergebühr bezahlen.
Wenn die neue Gebühr kaum jemand betrifft, warum hat dann die ARD so darauf gedrängt?
Wir haben die neue Gebühr nicht beschlossen. Grundlage für den richtigen Beschluss der Ministerpräsidenten war und ist der geltende Rundfunkstaatsvertrag. Wir haben den Politikern eher eine Brücke gebaut und angeregt: ab 1. Januar für Computer und Handys nicht wie im Staatsvertrag vorgesehen und vom ZDF gefordert die volle Rundfunkgebühr von 17,03 Euro zu verlangen, sondern sich zunächst auf die Hörfunkgebühr von 5,52 Euro zu beschränken. Denn bisher sind vor allem unsere Radiosender im Internet empfangbar.
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