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22.01.2007 
Kopierschutz

Europäische Klagefront gegen iTunes

von Axel Postinett

Verbraucherorganisationen aus Skandinavien, Frankreich und Deutschland haben sich auf ein gemeinsames Vorgehen in einem Rechtsstreit mit Apple verständigt. Gemeinsam fordern sie, den Kopierschutz für iTunes-Songs zu lockern, damit Nutzer sie auf andere Musikspieler übertragen können. Bald könnten auch andere Anbieter ins Visier der Verbraucherschützer rücken.

iTunes: Kopierschutz soll bis Ende 2007 fallen. Foto: ap Lupe

iTunes: Kopierschutz soll bis Ende 2007 fallen. Foto: ap

"Wir schließen uns zusammen, um die Verbraucherrechte bei digitalen Inhalten besser durchsetzen zu können," erklärten die Verbraucherombudsmänner aus Finnland und Norwegen, die französische Verbraucherorganisation UFC Que Choisir und der Verbraucherzentrale Bundesverband. Die vier Verbraucherorganisationen einigten sich auf gemeinsame Forderungen, die sie in Schreiben an iTunes vertreten.

Die vier Organisationen waren bereits 2006 mit Klagen und Abmahnungen gegen iTunes vorgegangen. Apple habe daraufhin versucht, Einzelverhandlungen mit den Verbänden zu erreichen. "Unser gemeinsames Vorgehen wird unsere Verhandlungsposition stärken und wird iTunes Rückhalt geben, um bessere Konditionen mit den Musiklabels aushandeln zu können", sagte der norwegische Verbraucherombudsmann Bjørn Erik Thon. "Für die Weiterentwicklung des legalen Marktes, sind uneingeschränkte Interoperabilität und größere Flexibilität bei der Nutzung digitaler Inhalte der Schlüssel", sagte Patrick von Braunmühl, stellvertretender Vorstand des deutschen Bundesverbands auf einer Veranstaltung in Berlin.

Apple begrüßte im Grundsatz die Bündelung der Verhandlungen, da die einheitliche Ergebnisse verspricht. Aber bei den Details gehen die Meinungen dann doch wieder deutlich auseinander.

Zu den Kernforderungen der Verbraucherorganisationen an iTunes zählt die so genannte Interoperabilität, also die einfache Übertragbarkeit der iTunes-Musik auch auf andere Musikspieler wie Microsoft Zune, Sony Netwalkman oder Creative Zen. Apple lehnt eine Öffnung seiner Kopierschutztechnik bislang ausnahmslos ab und verweist auf die Möglichkeit, online gekaufte Lieder auf CD brennen und danach wieder als ungeschützte Datei in einen PC übertragen zu können. Das lehnen die Verbraucherverbände als nicht zumutbar ab. Das sei zudem keine Dauerlösung.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: "Wir erwarten von Apple spürbare Fortschritte bei der Interoperabilität bis September 2007"

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