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HANDELSBLATT, Freitag, 6. April 2007, 07:09 Uhr
Neue Art des Handelns

Insider sein

Von Christian Schnell

Handeln mit dem Wissen der Insider – ganz legal und im Rahmen der strengen Börsengesetze. Welcher Anleger hat davon nicht schon einmal geträumt. Inzwischen gibt es Fonds und Zertifikate die diesen Traum Wirklichkeit werden lassen.


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Handeln mit dem Wissen der Insider - davon träumen viele Anleger. Foto: dpa
Bild vergrößernHandeln mit dem Wissen der Insider - davon träumen viele Anleger. Foto: dpa

Es ist der Wendepunkt im Achtzigerjahre-Klassiker „Wall Street“: „Kaufen Sie Blue Star Airlines“, raunt der von Charlie Sheen gespielte Börsenmakler Bud Fox seinem späteren Mentor Michael Douglas alias Gordon Gekko zu. Mit dem Insidertipp liegt Fox goldrichtig, denn sein Vater arbeitet bei der Fluggesellschaft. Er weiß: Ein anstehender Gerichtsprozess wird zugunsten der Fluggesellschaft entschieden werden. Und die Aktie wird abheben.

Handeln mit dem Wissen der Insider – ganz legal und im Rahmen der strengen Börsengesetze – welcher Anleger hat davon nicht schon einmal geträumt. Doch wer verfügt schon über dieses Wissen?

Seit dem Jahr 2002 eigentlich jeder. Denn per Gesetz sind Top-Manager und deren Angehörige seither auch in Deutschland dazu verpflichtet, ihre privaten Kauf- und Verkaufsorders mit Aktien ihres Unternehmens innerhalb von fünf Tagen offenzulegen –eine in den USA seit langem gängige Praxis. Die Transaktionen können frei und kostenlos verfügbar im Internet abgerufen werden. Die Insideridee überzeugt auch die Entwickler von Finanzprodukten bei den Fondsgesellschaften und Zertifikate-Emittenten. Denn: Niemand kennt ein Unternehmen besser als der Spitzenmanager, der ihm vorsteht. Sie erhöhen ihre Beteiligung, ehe die Kurse steigen, und stoßen sie ab, ehe sie fallen.

Commerzbank
Chart: Commerzbank
Analystenmeinung

Insgesamt drei Fonds und drei Zertifikate, die nach dem Insiderprinzip anlegen, gibt es inzwischen auf dem deutschen Markt – Tendenz steigend, denn: Die verantwortlichen Manager haben großen Erfolg, wie die aktuelle Kursentwicklung der Produkte belegt. Dies ist nicht selbstverständlich, denn nicht jede Insidertransaktion empfiehlt sich zur Nachahmung.


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Erstens ist die Auswahl bei deutschen Transaktionen weitaus geringer als bei den Produkten, die einen europaweiten oder US-Ansatz verfolgen. Rund 400 000 Insidertransaktionen werden jedes Jahr in den USA gemeldet, etwa 4 000 sind es in Deutschland. Zweitens wird die Grundgesamtheit noch einmal eingeschränkt, denn Nebenwerte sind ebenfalls ausgeschlossen. Deren Kurse würden beispielsweise durch den Einstieg eines Großinvestors zu sehr beeinträchtigt. Mindestens genauso problematisch wäre der Ausstieg, der bei den oft marktengen Nebenwerten nicht immer möglich ist. Quintessenz deshalb: In ein 2005 aufgelegtes Insiderzertifikat der Commerzbank können bis zu neun Dax-Titel gleich gewichtet eingehen. Einmal im Monat erfolgt die Anpassung. Dann werden die drei Werte mit dem zuletzt höchsten Insiderkaufvolumen aufgenommen und die drei ältesten ausgetauscht. „Dass wir nur auf Dax-Werte setzen, hat eindeutig Liquiditätsgründe“, sagt Gerrit Weber, Leiter Wertpapiermanagement der Commerzbank.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Bei der Auswahl sollte drei wichtigen Fallstricke aus dem Weg gegangen werden.


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Oft sind es die kleinen Meldungen, die den größten Ärger machen. Diese Erfahrung könnte Ihnen, lieber Marcel Rohner, bald in den USA blühen. Vergangene Woche sorgte zunächst die Nachricht für Aufregung, einer Ihrer leitenden Angestellten, der UBS-Banker Martin Liechti, sei von amerikanischen Steuerfahndern festgesetzt und vernommen worden. Eine E-Mail an marcel.rohner@ubs.com.

Torsten Riecke

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