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12.03.2007 
Regierung plant Fonds

China will mehr Rendite

von Andreas Hoffbauer

China will in Zukunft mit hoher Finanzkraft viel Geld verdienen. Finanzminister Jin Renqing kündigte an, dass eine Investitionsgesellschaft gegründet wird, welche die Währungsrerserven von mehr als einer Billiarde Dollar weiter vergrößern soll. Diese Pläne könnten weitreichende Folgen haben.

PEKING. China wird seine Währungsreserven von über einer Billion Dollar künftig aktiver verwalten. Finanzminister Jin Renqing erklärte in Peking vor dem in der Hauptstadt tagenden Nationalen Volkskongress, dass dafür eine neue Investitionsgesellschaft ins Leben gerufen werden soll. Ziel sei, mit den monatlich weiter steigenden Währungsreserven mehr Geld zu verdienen.

Die chinesische Führung diskutiert seit längerem dieses Vorhaben. Regierungschef Wen Jiabao hatte erst im Januar gefordert, dass China seine Währungsreserven besser nutzen müsse. Wie das Geld künftig angelegt werden soll, darüber machte Finanzminister Jin keine genaueren Angaben. Auch nicht über den Umfang sowie den Starttermin des Fonds.

Die neue Behörde soll aber mit großer Macht ausgestattet werden. Sie wird im Ministerrang direkt der Regierung in Peking unterstellt sein. Nach Ansicht von Experten könnte der geplante Investmentfonds auf die globalen Finanzmärkte große Auswirkungen haben, da China über die größten Reserven der Welt verfügt. Diese wachsen monatlich um rund 20 Mrd. Dollar und lagen zu Jahresbeginn bei mehr als einer Billion Dollar (800 Mrd. Euro). Nach chinesischen Medienberichten soll die Investmentfirma mit bis zu 200 Mrd. Dollar ausgestattet werden. „Internationale Investoren dürften da nervös werden“, sagt Tim Condon, Chef-Ökonom für Asien bei der ING Bank in Singapur.

Chinas neue Anlagegesellschaft wäre dann der finanzstärkste Investmentfonds in ganz Asien. Peking will sich mit der Behörde nach den Worten von Finanzminister Jin an den erfolgreichen Vorbildern im Ausland orientieren. Er nannte ausdrücklich Singapurs staatlichen Fonds Temasek, der Anteilseigner an den größten Konzernen Singapurs ist und seit einigen Jahren auch im Ausland investiert.

Temasek verwaltet allerdings den Haushaltsüberschuss des Stadtstaates, nicht dessen Devisenreserven. Kritiker unterstellen, dass die Regierung in Singapur mit den Investments von Temasek auch Politik betreibt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: „Sicherheit hat die höchste Priorität.“

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